3. A ferry tail
von Julien am 18.07.2005 um 10:35h GMT in Donegal Town.
Betriebsanleitung: unten bei 1. anfangen zu lesen.
So da wir waren auf der Fähre. Für einen recht stattlichen Preis von knapp 200 Pfund. Wir wissen jetzt auf jeden Fall, welche Fähre wir nicht für den Rückweg nehmen. Nichtsdestotrotz war es eine schöne Ueberfahrt. Wir gaben uns eine DVD im Salon. Relativ dreist von uns, sich mit einem ab 18 gekennzeichneten Trash-Horror Streifen mitten zwischen die Kinder zu setzen. Dafür haben wir aber die Funktion von Untertiteln erfahren. Weil die blöden Kinder so laut waren, haben wir die Teile angemacht (die Subtitles, nicht die Kinder), und konnten so mitlesen, was der Held Elvis aus Bubba Ho-Tep an coolen Sprüchen von sich gab. Ein durchaus amüsanter Film, mit dem die Ueberfahrt wie im Fluge verging. OK, es war eine Katamaran-Fähre, deren Beladung dem Personal einige Schwierigkeiten bereitete, denn immerhin waren die Auten kreuz und qür im Schiff verteilt, einem Muster folgend, das wir nicht durchschauten. Es war nur klar, dass es keine Ufen gibt.
Was uns während unseres Filmes geschah, grenzt an kein Wunder, doch war es verwunderlich. Ein Honk mit vielen LUftbalonen lief durch die Gegend und machte Tiere für die ganzen lauten Kinder. Unsere Bitte nach Evil Horns verweigerte er, obwohl er selbst ziemlich lange Haare hatte und irgenwie voll scheisse aussah. Was für ein komischer Kerl. Beängstigend war aber nicht der Balonmensch, sondern die Tatsache, dass genau neben uns Deutsche sassen. Es ist verrückt. Wir werden verfolgt. Oder so. Da versucht man, der Zivilisation zu entkommen, und das einzige was einem begegnet sind nicht wilde Tiere, sondern ausgerechnet Deutsche wohin mach auch kommt. Hilfe. Draussen auf der Fähre, deren seitlich gelegenes Deck wir nach Abschluss unseres Films betraten, stellte Felix einmal mehr die Verschwörung seiner Haare mit dem Wind gegen ihn fest. Der Wind schreckte nicht davor zurück, die Haaren dermassen ranzunehmen, dass Felix die Sicht aufs Meer verwährt wurde. Und auch meine immer länger werdenden Haare nutzten die Gelegenheit, um einen Pakt mit dem Wind gegen mich einzugehen und flatterten herum wie blöd.
Schliesslich kamen wir an und verliessen die Fähre. Wo wir uns befanden, erfuhren wir erst, als wir MaoPoint anmachten, nur um herauszufinden, dass selbiges kaum Strassenkarten für Irland hat. *Schluck*. Aber gut, es blieb uns ja nichts anderes über, als trotzdem weiter zu machen. Wir waren also in Rosslare Harbour, einer eher kleinen Stadt, die wir schnell verliessen und Richtung, äh, woanders fuhren. Erfreut stellten wir fest, dass in Irland die Speedlimits in km/h angegeben sind. Die Strassen schienen auch breiter zu sein. Dafür sehen die Strassen hier ein klein wenig nach USA aus. Gelbe Randstreifen auf Landstrassen und viele rautenförmige gelbe Schilder. Dazu das gute Wetter. Man hatte fast das Gefühl, in Miami gelandet zu sein.
Wir landeten in Wexford. Wer die Fridgestory kennt, wird sich sicher an das Kapitel "in the doghouse" erinnern, das hier stattfand. Wir allerdings hatten nicht vor, in einer Hundehütte zu übernachten. Auch nicht für 13p. Stattdessen folgten wir den B&B-Schildern, die witzigerweise für jedes einzelne Etablisment zu existieren scheinen. Beim ersten war keiner zu Hause. Beim zweiten stand, wie konnte es anders sein, ein deutsches Auto vor der Tür. Die haben uns doch tatsächlich unser Zimmer weggeschnappt. Wir wurden dafür aber mit einer geballten Ladung irischer Freundlichkeit konfrontiert. Die nette Dame, der das B&B gehörte, rief für uns eine Freundin an, um zu erfahren, ob sie wohl noch Platz habe. Sie war nicht zu Haus. Welch Wunder. Die Suche ging also weiter. Sie verwiess uns auf mehrere B&Bs ausserhalb der Stadt und wir machten uns wieder auf die Suche. Der erstbeste Laden sollte unser sein, also bogen wir in ein grosses Tor ein und standen vor einem krass grossen Haus. Wir klingelten 2 mal und ein netter Mann mit seltsamem Akzent öffnete die Tür. Er zeigte uns einen schönen Raum und auf unser Zögern des Preises in Höhe von 80 Euren ging er sogar auf 70 herunter. Wir waren fündig geworden. Schnell holten wir unser Zeug und machten einen fatalen Fehler. Wir fragten ihn, wo man denn Essen könnte. Noch bevor ich fertig gefragt hatte, rief er in einem Hotel/Restaurant an, und wollte uns einen Tisch bestellen. So hatten wir das doch nicht gemeint. Wir suchten lieber selbst, also fuhren wir in die Stadt, parkten für 2,40 Euren für 2 Stunden und gingen auf die Suche nach einer Bank. Als wir eine gefunden hatten, besorgten wir uns neüs Eurogeld (echtes Geld!) und liefen zurück zum Chinesen. Dort gab es gutes Essen zu viel zu hohen Preisen. Mein Huhn Sechzuan kostete 13,50. Ohne Reis. Den muss man extra bezahlen. Und 2,40 Euren für ein kleines Wasser ist auch nicht grade günstig. Dafür warteten wir höchstens 5 Minuten auf unser Essen. Und es war sehr gut. Aber halt teür. Wir trafen die Entscheidung, jetzt erst einmal zu campen, um Geld zu sparen, denn das war ein sehr teurer Tag, der schliesslich damit endete, dass wir im Fernsehen einen Auszug aus dem neün Harry Potter von J.K.Rolling höchstpersönlich vorgelesen bekamen. Was für ein Schrott. Aber der Rest war noch schlimmer, und wenn man schon einen Fernseher hat, dann muss man den ja auch benutzen.
Nach einem dicken Frühstück ging es am nächsten Tag erst einmal auf die Suche nach dem bereits erwähnten Hostel, in dem Tony Hawks in der Hundehütte gepennt hat. Das Hostel fanden wir, die Hundehütte nicht. Schade.
Julien
Damit war unser Aufenthalt in Wexford beendet. Wir schauten einmal kurz auf die Karte und spähten uns, aus eben genannten Gründen einen Campingplatz aus. Da wir eh gen Norden fahren wollten, kam uns der angeblich nördlich von Dublin liegende Ort Rush sehr gelegen. Dieses Mal lag es allerdings an mir unseren Weg zu finden. Ich sollte doch tatsächlich meine Linksfahrervirginität verlieren. Konnte ich das wirklich? War ich bereit einfach alles bisher gelernte zu misachten und auf der falschen Strassenseite zu fahren? Ich riss mich am Riemen und entjungferte mich sozusagen selbst, indem ich auf der Autobahn im Stau um Dublin rumschlich. Nach gefühlten Wochen des Wartens schafften wir es dann doch die Ursache für unseren Zeitverlust herauszubekommen - Geldgier der Iren. Die Mautstelle überwunden ging es wieder rasanter voran. Schnell waren wir an dem Ort angekommen, der für uns die Nacht als Bleibe dienen sollte. Nur fehlte irgendwie der Campingplatz. Doch so schnell geben wir natürlich nicht auf. Also alle kleinen Dörfer in der Nähe abgeklappert - Nichts. Was sollten wir nun tun? Gut, dachten wir uns, dann sparen wir eben an einem anderen Tag und suchen uns ein gemütliches Bed & Breakfast. Leider schien zu dem Zeitpunkt eine Conference in Dublin zu sein und alle von uns gefundenen B&Bs waren komplett belegt. Vier Stunden und gut zehn von jenen Schlafstellen später überkam uns ein leichter Hauch von Verzweiflung. Besser noch - Frust. Doch man sollte es kaum glauben, der Tag endete noch sehr gut für uns. Unsere Suche führte uns dann letzten Endes in eine kleine Ortschaft in der Nähe von Navan. Ein nettes Ehepaar hatte noch ein kleines Zimmer mit Doppelbett für uns über. Dieses wurde natürlich promt genommen. Für 60 Euro gehörte uns das Zimmer für eine Nacht.
Felix
So da wir waren auf der Fähre. Für einen recht stattlichen Preis von knapp 200 Pfund. Wir wissen jetzt auf jeden Fall, welche Fähre wir nicht für den Rückweg nehmen. Nichtsdestotrotz war es eine schöne Ueberfahrt. Wir gaben uns eine DVD im Salon. Relativ dreist von uns, sich mit einem ab 18 gekennzeichneten Trash-Horror Streifen mitten zwischen die Kinder zu setzen. Dafür haben wir aber die Funktion von Untertiteln erfahren. Weil die blöden Kinder so laut waren, haben wir die Teile angemacht (die Subtitles, nicht die Kinder), und konnten so mitlesen, was der Held Elvis aus Bubba Ho-Tep an coolen Sprüchen von sich gab. Ein durchaus amüsanter Film, mit dem die Ueberfahrt wie im Fluge verging. OK, es war eine Katamaran-Fähre, deren Beladung dem Personal einige Schwierigkeiten bereitete, denn immerhin waren die Auten kreuz und qür im Schiff verteilt, einem Muster folgend, das wir nicht durchschauten. Es war nur klar, dass es keine Ufen gibt.
Was uns während unseres Filmes geschah, grenzt an kein Wunder, doch war es verwunderlich. Ein Honk mit vielen LUftbalonen lief durch die Gegend und machte Tiere für die ganzen lauten Kinder. Unsere Bitte nach Evil Horns verweigerte er, obwohl er selbst ziemlich lange Haare hatte und irgenwie voll scheisse aussah. Was für ein komischer Kerl. Beängstigend war aber nicht der Balonmensch, sondern die Tatsache, dass genau neben uns Deutsche sassen. Es ist verrückt. Wir werden verfolgt. Oder so. Da versucht man, der Zivilisation zu entkommen, und das einzige was einem begegnet sind nicht wilde Tiere, sondern ausgerechnet Deutsche wohin mach auch kommt. Hilfe. Draussen auf der Fähre, deren seitlich gelegenes Deck wir nach Abschluss unseres Films betraten, stellte Felix einmal mehr die Verschwörung seiner Haare mit dem Wind gegen ihn fest. Der Wind schreckte nicht davor zurück, die Haaren dermassen ranzunehmen, dass Felix die Sicht aufs Meer verwährt wurde. Und auch meine immer länger werdenden Haare nutzten die Gelegenheit, um einen Pakt mit dem Wind gegen mich einzugehen und flatterten herum wie blöd.
Schliesslich kamen wir an und verliessen die Fähre. Wo wir uns befanden, erfuhren wir erst, als wir MaoPoint anmachten, nur um herauszufinden, dass selbiges kaum Strassenkarten für Irland hat. *Schluck*. Aber gut, es blieb uns ja nichts anderes über, als trotzdem weiter zu machen. Wir waren also in Rosslare Harbour, einer eher kleinen Stadt, die wir schnell verliessen und Richtung, äh, woanders fuhren. Erfreut stellten wir fest, dass in Irland die Speedlimits in km/h angegeben sind. Die Strassen schienen auch breiter zu sein. Dafür sehen die Strassen hier ein klein wenig nach USA aus. Gelbe Randstreifen auf Landstrassen und viele rautenförmige gelbe Schilder. Dazu das gute Wetter. Man hatte fast das Gefühl, in Miami gelandet zu sein.
Wir landeten in Wexford. Wer die Fridgestory kennt, wird sich sicher an das Kapitel "in the doghouse" erinnern, das hier stattfand. Wir allerdings hatten nicht vor, in einer Hundehütte zu übernachten. Auch nicht für 13p. Stattdessen folgten wir den B&B-Schildern, die witzigerweise für jedes einzelne Etablisment zu existieren scheinen. Beim ersten war keiner zu Hause. Beim zweiten stand, wie konnte es anders sein, ein deutsches Auto vor der Tür. Die haben uns doch tatsächlich unser Zimmer weggeschnappt. Wir wurden dafür aber mit einer geballten Ladung irischer Freundlichkeit konfrontiert. Die nette Dame, der das B&B gehörte, rief für uns eine Freundin an, um zu erfahren, ob sie wohl noch Platz habe. Sie war nicht zu Haus. Welch Wunder. Die Suche ging also weiter. Sie verwiess uns auf mehrere B&Bs ausserhalb der Stadt und wir machten uns wieder auf die Suche. Der erstbeste Laden sollte unser sein, also bogen wir in ein grosses Tor ein und standen vor einem krass grossen Haus. Wir klingelten 2 mal und ein netter Mann mit seltsamem Akzent öffnete die Tür. Er zeigte uns einen schönen Raum und auf unser Zögern des Preises in Höhe von 80 Euren ging er sogar auf 70 herunter. Wir waren fündig geworden. Schnell holten wir unser Zeug und machten einen fatalen Fehler. Wir fragten ihn, wo man denn Essen könnte. Noch bevor ich fertig gefragt hatte, rief er in einem Hotel/Restaurant an, und wollte uns einen Tisch bestellen. So hatten wir das doch nicht gemeint. Wir suchten lieber selbst, also fuhren wir in die Stadt, parkten für 2,40 Euren für 2 Stunden und gingen auf die Suche nach einer Bank. Als wir eine gefunden hatten, besorgten wir uns neüs Eurogeld (echtes Geld!) und liefen zurück zum Chinesen. Dort gab es gutes Essen zu viel zu hohen Preisen. Mein Huhn Sechzuan kostete 13,50. Ohne Reis. Den muss man extra bezahlen. Und 2,40 Euren für ein kleines Wasser ist auch nicht grade günstig. Dafür warteten wir höchstens 5 Minuten auf unser Essen. Und es war sehr gut. Aber halt teür. Wir trafen die Entscheidung, jetzt erst einmal zu campen, um Geld zu sparen, denn das war ein sehr teurer Tag, der schliesslich damit endete, dass wir im Fernsehen einen Auszug aus dem neün Harry Potter von J.K.Rolling höchstpersönlich vorgelesen bekamen. Was für ein Schrott. Aber der Rest war noch schlimmer, und wenn man schon einen Fernseher hat, dann muss man den ja auch benutzen.
Nach einem dicken Frühstück ging es am nächsten Tag erst einmal auf die Suche nach dem bereits erwähnten Hostel, in dem Tony Hawks in der Hundehütte gepennt hat. Das Hostel fanden wir, die Hundehütte nicht. Schade.
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Damit war unser Aufenthalt in Wexford beendet. Wir schauten einmal kurz auf die Karte und spähten uns, aus eben genannten Gründen einen Campingplatz aus. Da wir eh gen Norden fahren wollten, kam uns der angeblich nördlich von Dublin liegende Ort Rush sehr gelegen. Dieses Mal lag es allerdings an mir unseren Weg zu finden. Ich sollte doch tatsächlich meine Linksfahrervirginität verlieren. Konnte ich das wirklich? War ich bereit einfach alles bisher gelernte zu misachten und auf der falschen Strassenseite zu fahren? Ich riss mich am Riemen und entjungferte mich sozusagen selbst, indem ich auf der Autobahn im Stau um Dublin rumschlich. Nach gefühlten Wochen des Wartens schafften wir es dann doch die Ursache für unseren Zeitverlust herauszubekommen - Geldgier der Iren. Die Mautstelle überwunden ging es wieder rasanter voran. Schnell waren wir an dem Ort angekommen, der für uns die Nacht als Bleibe dienen sollte. Nur fehlte irgendwie der Campingplatz. Doch so schnell geben wir natürlich nicht auf. Also alle kleinen Dörfer in der Nähe abgeklappert - Nichts. Was sollten wir nun tun? Gut, dachten wir uns, dann sparen wir eben an einem anderen Tag und suchen uns ein gemütliches Bed & Breakfast. Leider schien zu dem Zeitpunkt eine Conference in Dublin zu sein und alle von uns gefundenen B&Bs waren komplett belegt. Vier Stunden und gut zehn von jenen Schlafstellen später überkam uns ein leichter Hauch von Verzweiflung. Besser noch - Frust. Doch man sollte es kaum glauben, der Tag endete noch sehr gut für uns. Unsere Suche führte uns dann letzten Endes in eine kleine Ortschaft in der Nähe von Navan. Ein nettes Ehepaar hatte noch ein kleines Zimmer mit Doppelbett für uns über. Dieses wurde natürlich promt genommen. Für 60 Euro gehörte uns das Zimmer für eine Nacht.
Felix
von Julien am 18.07.2005 um 10:35h GMT in Donegal Town.
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Christian meint:
HP6 rox, Ihr unwissenden! >:)
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