Dover, Eastbourne und jetzt Weymouth - die Omen übernehmen England
von Julien am 13.07.2005 um 13:12h GMT in Weymouth.
Gestern musste ich leider feststellen, dass man englischen Kaffee möglichst meiden sollte. Wir saßen also bei unserem ersten Frühstück in England und dann kam die Frage: "Coffee or Tea?" Julien wählte, mir eine Erkenntnis voraus natürlich den Tee. Ich - kein Freund des Tees - entschied mich für die, zu Hause schon des öfteren genossene Köstlichkeit "Kaffee". Das war ein Fehler. Da hätte ich auch gleich Wasser mit einem wiederlichen Beigeschmack bestellen können. Aber gut. Man muss seine Erfahrungen machen. Nur Julien genoss mein Nicht-Genießen des, wie die Engländer das Gesöff nennen, Kaffees. Zudem kam noch eine weitere bittere Entdeckung hinzu - die kleinen Kännchen in denen hier die Flüssigkeiten serviert werden, haben sich gegen mich alleine verschworen. Das soll keine Ausrede dafür sein, dass ich die Teile nicht bedienen kann, sondern, dass sie nicht zu bedienen sind. Wobei ich sagen muss, dass mein Unterbewusstsein möglicherweise dazu beigetragen hat, dass ich nicht zu viel von der wässrigen Qual zu mir nehmen muss. Dabei fällt mir noch eine weitere Verschwörung ein, die ich aufzudecken in der Lage war. Meine sonst so loyalen Haare scheinen mit dem Wind ein Geheimabkommen gegen mich angefertigt zu haben. Kaum an der frischen Luft, sind sie nur durch die Kombination von Haargummie und Mütze zu bändigen. Verdammter Teufelspakt!
Da wir gestern Dover verlassen wollten, kamen wir nicht um eine Besichtigung des Dover Castles. Auch wenn Julien schon ein bekennendes English Heritage Mitglied ist und dadurch eh sämtliche Schlösser Englands kennt, guckten wir uns diese Anhäufung alter Steine (nicht böse gemeint) an. Hab mir natürlich auch gleich eine "Annual Membership" andrehen lassen. So komm ich immerhin kostenlos in die meisten Sehenswürdigkeiten rein. Während wir nun so die Burg untersuchen blieben wir vor einem Schild über Henry VIII stehen.
Henry VIII regularly moved between his palaces and castles to escape the smell.
Wie passend das auch unsere Reise beschreibt.
Felix
Am späten Nachmittag erreichten wir Eastbourne und fanden das "Hotel Marina", in dem wir sogleich einkehrten. Eine freundliche Inderin, die sehr zu Scherzen aufgelegt war, begrüsste uns. Auf unsere Frage hin, wo man denn am besten indisch essen könne, führte ihr Mann uns quer durch die Stadt zu einem kleinen Restaurant und erzählte unterwegs reichhaltige Details aus seinem Leben. So kommt er aus der Region Panjabi im nördlichen Indien und hatte einmal eine Freundin aus dem schönen Schwarzwald.
Im Restaurant angekommen, sahen wir uns mit einer viel zu grossen Speisekarte und viel zu geringer Kentniss des Inhalts derselben konfrontiert. Wir wählten also Gerichte mit hot und medium hot aus, was sich als gut erwiess. Chicken Vindaloo währe wohl nicht ertragbar gewesen.
Es scheint bei den Indern üblichen zu sein, zwar auf der einen Seite freundlich, auf der anderen aber total kalt zu sein. Der Bediente, der uns bediente, war höflich und zuvorkommend, aber weder sah er uns an, noch machte er einen selbstsicheren Eindruck. Nichtsdestotrotz war es ein gutes Essen, wozu noch folgendes zu ergänzen wäre:
"Wenns kalt wird, dann ist es auch nicht mehr so heiss." - Julien
Wieder im B&B angekommen schnappten wir uns die Fotokamera und machten uns ein weiteres Mal auf den Weg. Die Strandpromenade fotografierend liefen wir die selbige entlang, nachdem wir aus dem Fenster unseres Raumes beobachtet hatten, wie ein offenbar seeehr betrunkener Engländer im Laufen zwei mal auf den Gehweg vor unserem Hotel kotzte und dann schnell weiter ging.
Am Dienstag machten wir uns auf den Weg nach Weymouth. Unterwegs stellte das GPS-Dings leider seine Funktion ein und zeigte uns permanent irgendwo in der Mitte des Channels an. Machen die Amerikaner zufällig wieder Krieg und wir haben das noch nicht mitbekommen?
Irgendwo auf der Autobahn geschah etwas... naja, ungewöhnliches. Ein kleines Auto vollgestopft mit jugendlichen Engländern drängelte auf der rechten Spur hinter uns. Genervt gab ich nach und wechselte nach links. Als man uns überholte, sahen wir uns genötigt, den Engländern die Evil Horns zu zeigen, was bei denen wohl eine Art Euphorie ausgelöst haben muss. Auf einmal streckten sich uns an die zehn dieser Heavy-Metal-Bekenner-Zeichen aus dem Wagen entgegen - inclusive Köpfe mehrerer Engländer sowie heftigem Grinsen. Scheinbar sind doch nicht alle englischen Jugendlichen chavs. Zumindest mögen sie gute Musik.
In Weymouth angekommen besuchten wir einmal mehr die Staplettons, meine Gastfamilie von vor einigen Jahren und übergaben sogleich unsere Ladung, nämlich einen Haufen Bier und Essen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an meine Eltern sowie einen netten Gruss an Christian, der jetzt endlich was ordentliches zu tun hat ;)
Eine Unterkunft in Weymouth fand sich relativ einfach, doch wir gerieten einmal mehr an einen lustigen Gesellen. Es scheint sich beim Host dieses B&B um eine Art Altrocker zu handeln, der früher Autorennen und Ralleys gefahren ist. Sein unrasiertes Gesicht, die dunkle Kleidung und die langen Haare sowie seine Frage nach unseren Vornamen liessen Robby als einen sympatischen Gesellen in Erscheinung treten, dessen Haus vollgestopft ist mit kultigem Kram aus den 50ern und später. Ein Haufen Ralleyplakate teilen sich die Wände mit alten Werbetafeln aus Chrom und s/w Fotos aus den 70ern, beschriftet mit Sprüchen wie "Jesus goes to ralley", die ihn, natürlich mit langen Haaren, neben einem mit Werbung beklebten Ford Racing Car zeigen. Alles in Allem eine nette Umgebung, in der wir bis Donnerstag bleiben werden, um dann zu neün Abenteuern gen Stonehenge und Wales aufzubrechen.
PS: In Dover gibt es einige Rentner. In Eastbourne gibts es nur Rentner. Und in Weymouth ist es auch nicht besser.
Julien
Da wir gestern Dover verlassen wollten, kamen wir nicht um eine Besichtigung des Dover Castles. Auch wenn Julien schon ein bekennendes English Heritage Mitglied ist und dadurch eh sämtliche Schlösser Englands kennt, guckten wir uns diese Anhäufung alter Steine (nicht böse gemeint) an. Hab mir natürlich auch gleich eine "Annual Membership" andrehen lassen. So komm ich immerhin kostenlos in die meisten Sehenswürdigkeiten rein. Während wir nun so die Burg untersuchen blieben wir vor einem Schild über Henry VIII stehen.
Henry VIII regularly moved between his palaces and castles to escape the smell.
Wie passend das auch unsere Reise beschreibt.
Felix
Am späten Nachmittag erreichten wir Eastbourne und fanden das "Hotel Marina", in dem wir sogleich einkehrten. Eine freundliche Inderin, die sehr zu Scherzen aufgelegt war, begrüsste uns. Auf unsere Frage hin, wo man denn am besten indisch essen könne, führte ihr Mann uns quer durch die Stadt zu einem kleinen Restaurant und erzählte unterwegs reichhaltige Details aus seinem Leben. So kommt er aus der Region Panjabi im nördlichen Indien und hatte einmal eine Freundin aus dem schönen Schwarzwald.
Im Restaurant angekommen, sahen wir uns mit einer viel zu grossen Speisekarte und viel zu geringer Kentniss des Inhalts derselben konfrontiert. Wir wählten also Gerichte mit hot und medium hot aus, was sich als gut erwiess. Chicken Vindaloo währe wohl nicht ertragbar gewesen.
Es scheint bei den Indern üblichen zu sein, zwar auf der einen Seite freundlich, auf der anderen aber total kalt zu sein. Der Bediente, der uns bediente, war höflich und zuvorkommend, aber weder sah er uns an, noch machte er einen selbstsicheren Eindruck. Nichtsdestotrotz war es ein gutes Essen, wozu noch folgendes zu ergänzen wäre:
"Wenns kalt wird, dann ist es auch nicht mehr so heiss." - Julien
Wieder im B&B angekommen schnappten wir uns die Fotokamera und machten uns ein weiteres Mal auf den Weg. Die Strandpromenade fotografierend liefen wir die selbige entlang, nachdem wir aus dem Fenster unseres Raumes beobachtet hatten, wie ein offenbar seeehr betrunkener Engländer im Laufen zwei mal auf den Gehweg vor unserem Hotel kotzte und dann schnell weiter ging.
Am Dienstag machten wir uns auf den Weg nach Weymouth. Unterwegs stellte das GPS-Dings leider seine Funktion ein und zeigte uns permanent irgendwo in der Mitte des Channels an. Machen die Amerikaner zufällig wieder Krieg und wir haben das noch nicht mitbekommen?
Irgendwo auf der Autobahn geschah etwas... naja, ungewöhnliches. Ein kleines Auto vollgestopft mit jugendlichen Engländern drängelte auf der rechten Spur hinter uns. Genervt gab ich nach und wechselte nach links. Als man uns überholte, sahen wir uns genötigt, den Engländern die Evil Horns zu zeigen, was bei denen wohl eine Art Euphorie ausgelöst haben muss. Auf einmal streckten sich uns an die zehn dieser Heavy-Metal-Bekenner-Zeichen aus dem Wagen entgegen - inclusive Köpfe mehrerer Engländer sowie heftigem Grinsen. Scheinbar sind doch nicht alle englischen Jugendlichen chavs. Zumindest mögen sie gute Musik.
In Weymouth angekommen besuchten wir einmal mehr die Staplettons, meine Gastfamilie von vor einigen Jahren und übergaben sogleich unsere Ladung, nämlich einen Haufen Bier und Essen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an meine Eltern sowie einen netten Gruss an Christian, der jetzt endlich was ordentliches zu tun hat ;)
Eine Unterkunft in Weymouth fand sich relativ einfach, doch wir gerieten einmal mehr an einen lustigen Gesellen. Es scheint sich beim Host dieses B&B um eine Art Altrocker zu handeln, der früher Autorennen und Ralleys gefahren ist. Sein unrasiertes Gesicht, die dunkle Kleidung und die langen Haare sowie seine Frage nach unseren Vornamen liessen Robby als einen sympatischen Gesellen in Erscheinung treten, dessen Haus vollgestopft ist mit kultigem Kram aus den 50ern und später. Ein Haufen Ralleyplakate teilen sich die Wände mit alten Werbetafeln aus Chrom und s/w Fotos aus den 70ern, beschriftet mit Sprüchen wie "Jesus goes to ralley", die ihn, natürlich mit langen Haaren, neben einem mit Werbung beklebten Ford Racing Car zeigen. Alles in Allem eine nette Umgebung, in der wir bis Donnerstag bleiben werden, um dann zu neün Abenteuern gen Stonehenge und Wales aufzubrechen.
PS: In Dover gibt es einige Rentner. In Eastbourne gibts es nur Rentner. Und in Weymouth ist es auch nicht besser.
Julien
von Julien am 13.07.2005 um 13:12h GMT in Weymouth.
Kommentare:
Flo meint:
mensch..solangsam kommt ihr ja rum....achja felix..denk bitte an die CD ...DANKE
viel spaß noch
viel spaß noch
Lupus meint:
ich lese euren Reisebericht genauso gerne wie das Buch -with the fridge around .....viel Spaß weiterhin wünscht natürlich die gesamte Family......Übrigens die Kamera ist endlich da, sie wird gerade ausprobiert . Felix keine Angst, wir bemühen uns nicht alle Knöpfe o.ä. abzubrechen......
honque meint:
Ich bin heute fast in den Meerschweinchenkäfig gefallen. Das ist auch eine Verschwörung. Das ist nämlich noch nie passiert. Außerdem macht der Nachbar Krach. Erst mit einer Säge und dann mit einem kreischenden Baby. Alles eine Verschwörung!
Christian meint:
Mehr ungeborene Kinder (=Föten), bitte! :>
PM-André meint:
Kaffee: Käfer im Wasserkocher...?
sonst: Viel Spaß noch!
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