Im Land der gelben Nummernschilder
von Julien am 25.07.2005 um 09:36h GMT in Dover, irgendwo auf der Strasse.
Sind am Morgen nochmal in die Stadt gewackelt. War immer noch bevölkert von Hippen. Musiker und andere Schausteller an allen Ecken. Dem mussten wir auf irgendeine Weise entfliehen. Schnell in den nächsten CD-Laden gestürmt und die Regale durchstöbert. Haben sogar den OC OST für Florian bekommen. Da er uns allerdings eine SMS geschickt hat, dass er die Platte dann doch bei amazon.co.uk bestellen wollte, wissen wir jetzt natürlich nicht, ob er sie uns überhaupt abnehmen will. Naja, notfalls nehme ich sie einfach für mich. Noch weitere Sachen ausgesucht und ab zur Kasse, an der ein langhaariger Kerl stand und bereit war uns zu bedienen. Dann kam es zur Bezahlung. Ich zückte meine Kreditkarte und überreicht sie dem potentiellen Metaller. Er packte meine ertstandenen Sachen noch schnell in eine Tüte und während ich den Bon unterschrieb warf er noch ein Blick auf die Rückseite der Visakarte. Dort ist ein etwas veraltetes Bild von mir zu bewundern, auf dem ich haartechnische etwas ärmer bin. Der bärtige Kassierer gab mit einem kurzen "Ha ha" und einem "Cool" zu verstehen, dass ihm meine jetzige Haarpracht doch schon eher zusagte. Sehr gut. Wieder auf die Strasse gewagt, sahen wir den Teufel. Er stand auf einem kleinen Podest. Es kann sich einfach nur um den leiblichen Satan gehandelt haben, denn unsere Evil Horns wurden freudig aufgenommen und von seiner Erhöhung weiter verbreitet. Trotz dessen, dass unser Landlord in Galway uns von einem Besuch von Limerick abriet, wollten wir unser Glück dort versuchen. Der erste Versuch die Stadt in Richtung Südeosten zu verlassen scheitere leider an der Tatsache, dass wir nach Nordwesten fuhren. Tja. Kurz vor Limerick noch ein Aldi besucht (war sogar sehr sauber da drinnen) und weiter rein nach Limerick. Dieses Mal hatten wir uns fest vorgenommen ein Hostel aufzusuchen. Im Tourismuscenter vorbeigefahren, die benötigten Informationen abgeholt und zum Hostel geschlichen. Stau. Unsere geduldigen Bemühungen wurden trauriger Weise nicht belohnt. Der Rezeptionist verlangte satte 25 Euren für ein zimmer. Und zum Frühstück hätte es nur Müll gegeben. Da holten wir uns doch lieber ein B&B für unwesentlich mehr geldlichen Aufwand. Auf der Suche nach einer Unterkunft kamen wir zu einem Haus, an dem nur ein Schild hang: "I am away for 5 minutes, please call Christine." Wir haben Christine nie angerufen. Nach weiterem Suchen wurden wir dann auch fündig. Nicht weit von der Innenstadt, in einem kleinen vorort-ähnlichem Gebiet. Sehr nett. Hat uns ne Ewigkeit erklärt, wo wir was in der Stadt finden. Super. Wir wollten nur nicht zu den Sachen, die sie da erwähnte. Nett war es aber trotzdem. Wieder losgefahren und ab ins Kino. Ja, schon wieder. Dieses Mal war es FANTASTIC FOUR. War gut der Film. Besser als WAR OF THE WORLDS. Zwar kein Überfilm, aber unterhaltend. Uns wurde aber nicht wirklich erlaubt den Abspann anzusehen. Die Iren waren wieder alle binnen Sekunden aus dem Saal verschwunden, obwohl im Abspann selbst sogar noch Filmmaterial zu sehen war. Banausen. Wir blieben natürlich sitzen bis wir die Einzigen waren. Wir hätten normalerweise auch noch bis zu Ende durchgehalten, wenn nicht plötzlich die Kinoangestellten in den Raum gestürmt wären und uns überrascht anguckten. Sowas hatten sie wohl noch nie erlebt. Der eine zeigte dem anderen an, dass noch zwei nervige Kunden in ihren Sitzen verweilen würden. Wir wollten noch länger bleiben. Dann ging das Licht an. Es war richtig hell da drinnen. Grausam. Wutschnaubend stampften wir raus. Durch den Hintereingang. Komisch. Nebenan gab es auch noch ein recht grosses Mall. Dort ass ich ein Hot Dog und Julien einen Burger. War sehr viel. Julien war mehr als satt. Ich musste ihm sogar bei seinen Pommens helfen. Das Entsetzen steht euch bestimmt ins Gesicht geschrieben. Julien ass nicht auf! Jetzt nur noch zu unserer Bleibe zurück finden. Hmm. Wie kamen wir da nochmal hin? Nachts sah alles irgendwie anders aus. Klein Verfahren. Doch durch unsere unglaublich weit entwickelte Orientierung fanden wir dann doch noch zu unseren Betten.
Schlafen. Aufstehen. Essen. Neben uns Deutsche. Wie konnte es auch anders sein? Noch ma rein in die Innenstadt. Möglicherweise Sachen gekauft. Wieder zurück ins Parkhaus. Plötzlich war Julien voll drauf. Schwindel oder so. Naja, dann fahr ich eben. Stunden später endete meine Fahrt in einem Parkhaus in Dublin.
Felix
Das Parkhaus war also unsere Basis in der Irischen Hauptstadt. Wir stiefelten los, um Dublin zu erkunden, Foto- und Videokameren im Gepäck. Zuerst in eine Mall. Dann in noch eine. Unterwegs jede Menge Plattenläden mitgenommen. Dann bogen wir irgendwo ab. Und noch einmal. Wir hatten keine Ahnung, wo wir waren. Doch wir hatten unser Ziel erreicht. Wir standen vor dem Hardrock Cafe. Juhu! Und wieder etwas ärmer geworden. Auf der Suche nach der Touristeninformation ging es weiter. Schliesslich fanden wir diese, nachdem wir entsetzt immer wieder an anderen Deutschen vorbeiliefen. Warum passiert das nur immer uns? Die Touristeninformation half uns aber hinsichtlich der Fährenpreise nicht sonderlich weiter. Also gingen wir ins erstbeste Internetcafe. Ein schmaler Hauseingang. Eine Treppe hoch. Direkt danach die nächste Treppe wieder runter. Ein koreanisches Internetcafe. Wir sassen an einem Rechner. Rechts und links Koreaner. Alle am Zocken. Natürlich WoW. Ich will auch! Ach nein, ich bin ja im Urlaub... ich will trotzdem. Wir suchten Infos über die Fähren. Dann entschieden wir, gleich zu fahren. Also begaben wir uns zu unserem Auto, zahlten 8 Euren Parkgebühr für ein paar Stunden - was für eine dreiste Abzocke - und versuchten den Hafen zu finden. Als wir an einer Ampel neben einem Taxi standen, fragte ich kurzerhand den Fahrer, wo es denn zum Hafen ginge. Dieser begann zu antworten, doch dann wurde die Ampel grün. "Follow me." sagte er, und brauste davon. Ohne zu blinken zwischen den Autos durch. Und wir todesmutig hinterher, hielt er doch die überlebenswichtigen Informationen für uns bereit. Er stoppte auf einer weniger befahrenen Strasse, erklärte uns, dass wir weiter gradeaus, bei der fünften Strasse rechts und dann den Schildern folgen sollten. Der Fahrgast, der neben ihm sass, schaute blöd aus der Wäsche. Ich bedankte mich und weiter ging die Suche. Doch wir fanden gut hin und entschieden uns einmal mehr für Stenaline. An einem kleinen Häusschen, an dem man eigentlich vorbeifährt, kauften wir unsere Karten. Auf die Frage nach unseren Namen hin, reichten wir der jungen Dame unsere Ausweise. "Oh, Deutsch, dann kann ich ja auch Deutsch reden.". WTFH? Sie kommt aus Ungarn und hat dort in der Schule Deutsch gelernt. Wir unterhielten uns ein bisschen mit ihr. Hinter uns stauten sich die Autos. Dann gingen wir die 20 Meter zürück zum Auto und fuhren wieder zum Häusschen, um unsere Fahrkarte abzuholen. Wir ordneten uns in Lane 27 ein und begannen, unser Auto aufzuräumen. Hinter uns hielt ein Engländer. Nach einiger Zeit stieg er aus und sprach uns an. Ob wir denn von einem Konzert kämen. Er hatte unsere T-Shirts gesehen. Wir kamen mit ihm ins Gespräch. Gut, dass wir das Auto schon aufgeräumt hatten. Plötzlich ging es los. 20 Minuten zu früh. Schnell ins Auto und reinfahren. Wir standen ganz vorne in der Mitte. Wir fragten den Engländer, ob er mit uns eine DVD anschaün wolle. Er bejate. Wir stezten uns oben hin und unterhielten uns weiter mit ihm, zeigten ihm Fotos und so. Als wir ihn nach der Bedeutung eines Wortes fragten, holte er sein Wörterbuch aus seinem Stoffbeutel. "Second most important book: dictionary. First most important book: Bible" OK. Er hiess übrigens Jim. Und er wusste eine Menge über Schafe. Er erklärte uns sehr ausführlich den Unterschied zwischen den irren und den deutschen Schafen. Denn er lebt auf einer Farm im Nordwesten von Nordirland. Aber eigentlich ist er Lehrer. Und er arbeitet sehr viel für die Kirche. Jugendarbeit und so. In der Lounge, in der wir sassen, lief auf einer Leinwand Titanic. Wie passend. Ständig liefen Deutsche an uns vorbei. Die sahen ziemlich asozial aus. Wir versanken vor Schmach im Sessel. Sehr beqüme Sessel übrigens. Dann fuhr das Schiff los. Wir sprachen weiter. Die Lounge war bis auf 10 Leute leer. Kaum jemand auf dem Schiff. Seltsam. 3,5h Fahrt lagen vor uns. Jim erzählte uns eine Menge über die Kirche und über das Leben. Er war auf dem Weg nach Cornwall zu einer Konferenz. Auch kirchlich. Und er sagte, er müsse erst noch nach Liverpool, ein Zelt von seinem Neffen einsammeln. Für 6 Mann. Sein Neffe lebt mit dem anderen Neffen zusammen in einem Vorort von Liverpool. Und ist mit Leib und Seele Liverpool-Fan. So wie der Protagonist in "Fever Pitch". Aber im Moment ist er in Albanien, denn er arbeitet in einem kirchlichen Jugendclub. Und die machen grade Fussballtraining in Albanien. Der kleine Junge, der damals in der Coke Werbung so viel getengelt hat und dabei durch einen Laden lief sei auch dabei, denn er sei von da. Alles sehr komisch irgendwie. Als das Gespräch zum erliegen kam, entschuldigten wir uns, um einen ruhigen Ort für eine DVD zu suchen. Auf der Leinwand ging gerade das Schiff unter. Wir gingen an Deck. Es war dunkel. Etwa 23h. Man sah nichts. Nur ein bisschen Wasser und 10 Meter weiter. Unheimlich. Auf dem oberen Autodeck stand genau ein LKW. Wir gingen wieder ins Schiff. Nirgends war es ruhig. Überall waren Fernseher und überall lagen vereinzelte Menschen rum und schliefen. Schliesslich liessen wir uns in einer Ecke nieder, in der es verhältnissmässig ruhig war. Dort lagen nur noch zwei junge Fraün, ein paar Tische weiter, und schliefen. Wir sahen "Chopper". Aber wir trauten uns nicht, laut zu machen. Also verstanden wir nichts. Was schade war, denn es kam wohl auf die Dialoge an, da sonst nicht viel passierte. Dann gingen wir, den Film zu 2 Dritteln beendet, zu Jim zurück. Er bot uns einmal mehr an, doch mit ihm nach Liverpool zu kommen und dort zu schlafen. Auf dem Fussboden oder so. Denn um kurz vor 1 in Holyhead noch ein B&B zu finden könnte schwierig sein. Wir willigten ein. Es stellte sich heraus, dass er nur vage Informationen über den Weg hatte. Er gab mir die Adresse. Ich gab sie ins Mappoint hinein. Jim entschied, uns zu folgen.
Ich fasse zusammen. Wir fuhren auf einer Walisischen Autobahn, mitten in der Nacht, richtung Liverpool, zu einem Haus. Hinter uns fuhr ein fremder Nordire, Lehrer und sehr gläubig. Wir kamen ohne Probleme an. Nur ein Kreisel war nicht so, wie er sein sollte. Trotzdem fanden wir das Haus. Um kurz vor 3h morgens. Jims Neffe Steven öffnete die Tür. Jim sagte, er habe uns mitgebracht. Unser unglaubliches Programm sei toll. Man bat uns herein. Wir sassen auf dem Sofa. In der Ecke stand eine E-Gitarre. Man bat uns Tee an, machte uns eine Pizza. Steven ist Student. Der andere, der ja in Albanien ist, auch. Es stand ein Architekturmodell herum. Überall hingen Liverpool Schaalen und Fahnen. Jim meinte, wir können im Wohnzimmer auf der Erde schlafen. Dann ging er hoch. Dann kam er wieder und bat uns, mitzukommen. Er zeigte uns oben ein kleines Zimmer mit einem grossen Bett, sonst nix im Raum. Wir könnten hier schlafen, wenn das recht ist. Wir willigten ein. Er würde unten schlafen. Weil seine ordinäre Luftmatratze so blöd aufzupusten ist, gaben wir ihm eine der Izomatten von uns. Er war begeistert, weil die sich allein aufbliess. Zum ersten mal kamen unsere Schlafsäcke zum Einsatz.
Ich fasse zusammen. Wir waren in einem Vorort von Liverpool. In einem Haus von zwei Kerlen die wir nicht kannten, von denen einer in Albanien war und Kinder im Fussball trainierte. Wir waren mit Jim, dem strenggläubigen Lehrer aus Nordirland, der viel über Schafe weiss, hergekommen. Wir lagen im Bett des Abwesenden. Whoa!
Am nächsten Morgen sollten wir uns dann gerne selbst in der Küche bedienen. Wir unterhielten uns noch ein bisschen. Jim erzählte noch einiges. Als wir gehen wollten, fragte er, ob er für uns beten dürfte. Abermals willigten wir ein. Er legte seine Hände auf unsere Schultern, senkte den Kopf und betete. "Lord, thank you for meeting these boys. Protect these boys on their way. Let them drive safe... May the force be with them." Oder so ähnlich. Es folgte kein Amen. Er legte uns nah, die Bibel zu lesen. Denn es hülfe. Dann tauschten wir Emailadressen und fuhren nach Liverpool - Stadt der Beatles. Wir hatten das blessing of the Lord erhalten. Heute sollte nix schiefgehen. Wir waren müde. Doch wir trafen keine Deutschen. Dafür aber ein Starbucks. Und die Hanover Street. Whoa! Überhaupt sieht Liverpool Hannover sehr ähnlich.
Als nächstes wollten wir nach Birmingham. Unterwegs waren wir sehr müde. Doch wir fanden kein Quartier. Also weiter bis nach Birmingham. Wir kurvten durch die Stadt, ohne Plan. Plötzlich fanden wir uns in der selben Strasse wieder, in der ich mit Christian letztes Jahr genächtigt hatte. Genau neben diesem B&B. Also klingelten wir dort. Aber der alte verwirrte Mann, der glaubte, Deutsche ässen Saürkraut zum Frühstück, war nicht zu Haus. Also gingen wir ein Haus weiter. Zu teür. Noch ein Haus weiter - in einem "Hotel"- blieben wir. Und schliefen.
Julien
Video: Freizeitgestalltung (12mbyte)
Und übrigens regnet es klein in England. Auch jetzt noch.
PS: Wir sind durch den scheiss Regen gerannt, um ins Internetcafe zu gehen. Das macht aber erst um 10h auf. Scheisse. Dann steigen wir ins Auto, ich mache, verzweifelt wie ich bin, das Notebook an, und das verbindet erstmal... Tjo. Bad Luck oder so :D
PPS: Wir begeben uns gleich aufs Schiff. Richtung Zuhaus.
Schlafen. Aufstehen. Essen. Neben uns Deutsche. Wie konnte es auch anders sein? Noch ma rein in die Innenstadt. Möglicherweise Sachen gekauft. Wieder zurück ins Parkhaus. Plötzlich war Julien voll drauf. Schwindel oder so. Naja, dann fahr ich eben. Stunden später endete meine Fahrt in einem Parkhaus in Dublin.
Felix
Das Parkhaus war also unsere Basis in der Irischen Hauptstadt. Wir stiefelten los, um Dublin zu erkunden, Foto- und Videokameren im Gepäck. Zuerst in eine Mall. Dann in noch eine. Unterwegs jede Menge Plattenläden mitgenommen. Dann bogen wir irgendwo ab. Und noch einmal. Wir hatten keine Ahnung, wo wir waren. Doch wir hatten unser Ziel erreicht. Wir standen vor dem Hardrock Cafe. Juhu! Und wieder etwas ärmer geworden. Auf der Suche nach der Touristeninformation ging es weiter. Schliesslich fanden wir diese, nachdem wir entsetzt immer wieder an anderen Deutschen vorbeiliefen. Warum passiert das nur immer uns? Die Touristeninformation half uns aber hinsichtlich der Fährenpreise nicht sonderlich weiter. Also gingen wir ins erstbeste Internetcafe. Ein schmaler Hauseingang. Eine Treppe hoch. Direkt danach die nächste Treppe wieder runter. Ein koreanisches Internetcafe. Wir sassen an einem Rechner. Rechts und links Koreaner. Alle am Zocken. Natürlich WoW. Ich will auch! Ach nein, ich bin ja im Urlaub... ich will trotzdem. Wir suchten Infos über die Fähren. Dann entschieden wir, gleich zu fahren. Also begaben wir uns zu unserem Auto, zahlten 8 Euren Parkgebühr für ein paar Stunden - was für eine dreiste Abzocke - und versuchten den Hafen zu finden. Als wir an einer Ampel neben einem Taxi standen, fragte ich kurzerhand den Fahrer, wo es denn zum Hafen ginge. Dieser begann zu antworten, doch dann wurde die Ampel grün. "Follow me." sagte er, und brauste davon. Ohne zu blinken zwischen den Autos durch. Und wir todesmutig hinterher, hielt er doch die überlebenswichtigen Informationen für uns bereit. Er stoppte auf einer weniger befahrenen Strasse, erklärte uns, dass wir weiter gradeaus, bei der fünften Strasse rechts und dann den Schildern folgen sollten. Der Fahrgast, der neben ihm sass, schaute blöd aus der Wäsche. Ich bedankte mich und weiter ging die Suche. Doch wir fanden gut hin und entschieden uns einmal mehr für Stenaline. An einem kleinen Häusschen, an dem man eigentlich vorbeifährt, kauften wir unsere Karten. Auf die Frage nach unseren Namen hin, reichten wir der jungen Dame unsere Ausweise. "Oh, Deutsch, dann kann ich ja auch Deutsch reden.". WTFH? Sie kommt aus Ungarn und hat dort in der Schule Deutsch gelernt. Wir unterhielten uns ein bisschen mit ihr. Hinter uns stauten sich die Autos. Dann gingen wir die 20 Meter zürück zum Auto und fuhren wieder zum Häusschen, um unsere Fahrkarte abzuholen. Wir ordneten uns in Lane 27 ein und begannen, unser Auto aufzuräumen. Hinter uns hielt ein Engländer. Nach einiger Zeit stieg er aus und sprach uns an. Ob wir denn von einem Konzert kämen. Er hatte unsere T-Shirts gesehen. Wir kamen mit ihm ins Gespräch. Gut, dass wir das Auto schon aufgeräumt hatten. Plötzlich ging es los. 20 Minuten zu früh. Schnell ins Auto und reinfahren. Wir standen ganz vorne in der Mitte. Wir fragten den Engländer, ob er mit uns eine DVD anschaün wolle. Er bejate. Wir stezten uns oben hin und unterhielten uns weiter mit ihm, zeigten ihm Fotos und so. Als wir ihn nach der Bedeutung eines Wortes fragten, holte er sein Wörterbuch aus seinem Stoffbeutel. "Second most important book: dictionary. First most important book: Bible" OK. Er hiess übrigens Jim. Und er wusste eine Menge über Schafe. Er erklärte uns sehr ausführlich den Unterschied zwischen den irren und den deutschen Schafen. Denn er lebt auf einer Farm im Nordwesten von Nordirland. Aber eigentlich ist er Lehrer. Und er arbeitet sehr viel für die Kirche. Jugendarbeit und so. In der Lounge, in der wir sassen, lief auf einer Leinwand Titanic. Wie passend. Ständig liefen Deutsche an uns vorbei. Die sahen ziemlich asozial aus. Wir versanken vor Schmach im Sessel. Sehr beqüme Sessel übrigens. Dann fuhr das Schiff los. Wir sprachen weiter. Die Lounge war bis auf 10 Leute leer. Kaum jemand auf dem Schiff. Seltsam. 3,5h Fahrt lagen vor uns. Jim erzählte uns eine Menge über die Kirche und über das Leben. Er war auf dem Weg nach Cornwall zu einer Konferenz. Auch kirchlich. Und er sagte, er müsse erst noch nach Liverpool, ein Zelt von seinem Neffen einsammeln. Für 6 Mann. Sein Neffe lebt mit dem anderen Neffen zusammen in einem Vorort von Liverpool. Und ist mit Leib und Seele Liverpool-Fan. So wie der Protagonist in "Fever Pitch". Aber im Moment ist er in Albanien, denn er arbeitet in einem kirchlichen Jugendclub. Und die machen grade Fussballtraining in Albanien. Der kleine Junge, der damals in der Coke Werbung so viel getengelt hat und dabei durch einen Laden lief sei auch dabei, denn er sei von da. Alles sehr komisch irgendwie. Als das Gespräch zum erliegen kam, entschuldigten wir uns, um einen ruhigen Ort für eine DVD zu suchen. Auf der Leinwand ging gerade das Schiff unter. Wir gingen an Deck. Es war dunkel. Etwa 23h. Man sah nichts. Nur ein bisschen Wasser und 10 Meter weiter. Unheimlich. Auf dem oberen Autodeck stand genau ein LKW. Wir gingen wieder ins Schiff. Nirgends war es ruhig. Überall waren Fernseher und überall lagen vereinzelte Menschen rum und schliefen. Schliesslich liessen wir uns in einer Ecke nieder, in der es verhältnissmässig ruhig war. Dort lagen nur noch zwei junge Fraün, ein paar Tische weiter, und schliefen. Wir sahen "Chopper". Aber wir trauten uns nicht, laut zu machen. Also verstanden wir nichts. Was schade war, denn es kam wohl auf die Dialoge an, da sonst nicht viel passierte. Dann gingen wir, den Film zu 2 Dritteln beendet, zu Jim zurück. Er bot uns einmal mehr an, doch mit ihm nach Liverpool zu kommen und dort zu schlafen. Auf dem Fussboden oder so. Denn um kurz vor 1 in Holyhead noch ein B&B zu finden könnte schwierig sein. Wir willigten ein. Es stellte sich heraus, dass er nur vage Informationen über den Weg hatte. Er gab mir die Adresse. Ich gab sie ins Mappoint hinein. Jim entschied, uns zu folgen.
Ich fasse zusammen. Wir fuhren auf einer Walisischen Autobahn, mitten in der Nacht, richtung Liverpool, zu einem Haus. Hinter uns fuhr ein fremder Nordire, Lehrer und sehr gläubig. Wir kamen ohne Probleme an. Nur ein Kreisel war nicht so, wie er sein sollte. Trotzdem fanden wir das Haus. Um kurz vor 3h morgens. Jims Neffe Steven öffnete die Tür. Jim sagte, er habe uns mitgebracht. Unser unglaubliches Programm sei toll. Man bat uns herein. Wir sassen auf dem Sofa. In der Ecke stand eine E-Gitarre. Man bat uns Tee an, machte uns eine Pizza. Steven ist Student. Der andere, der ja in Albanien ist, auch. Es stand ein Architekturmodell herum. Überall hingen Liverpool Schaalen und Fahnen. Jim meinte, wir können im Wohnzimmer auf der Erde schlafen. Dann ging er hoch. Dann kam er wieder und bat uns, mitzukommen. Er zeigte uns oben ein kleines Zimmer mit einem grossen Bett, sonst nix im Raum. Wir könnten hier schlafen, wenn das recht ist. Wir willigten ein. Er würde unten schlafen. Weil seine ordinäre Luftmatratze so blöd aufzupusten ist, gaben wir ihm eine der Izomatten von uns. Er war begeistert, weil die sich allein aufbliess. Zum ersten mal kamen unsere Schlafsäcke zum Einsatz.
Ich fasse zusammen. Wir waren in einem Vorort von Liverpool. In einem Haus von zwei Kerlen die wir nicht kannten, von denen einer in Albanien war und Kinder im Fussball trainierte. Wir waren mit Jim, dem strenggläubigen Lehrer aus Nordirland, der viel über Schafe weiss, hergekommen. Wir lagen im Bett des Abwesenden. Whoa!
Am nächsten Morgen sollten wir uns dann gerne selbst in der Küche bedienen. Wir unterhielten uns noch ein bisschen. Jim erzählte noch einiges. Als wir gehen wollten, fragte er, ob er für uns beten dürfte. Abermals willigten wir ein. Er legte seine Hände auf unsere Schultern, senkte den Kopf und betete. "Lord, thank you for meeting these boys. Protect these boys on their way. Let them drive safe... May the force be with them." Oder so ähnlich. Es folgte kein Amen. Er legte uns nah, die Bibel zu lesen. Denn es hülfe. Dann tauschten wir Emailadressen und fuhren nach Liverpool - Stadt der Beatles. Wir hatten das blessing of the Lord erhalten. Heute sollte nix schiefgehen. Wir waren müde. Doch wir trafen keine Deutschen. Dafür aber ein Starbucks. Und die Hanover Street. Whoa! Überhaupt sieht Liverpool Hannover sehr ähnlich.
Als nächstes wollten wir nach Birmingham. Unterwegs waren wir sehr müde. Doch wir fanden kein Quartier. Also weiter bis nach Birmingham. Wir kurvten durch die Stadt, ohne Plan. Plötzlich fanden wir uns in der selben Strasse wieder, in der ich mit Christian letztes Jahr genächtigt hatte. Genau neben diesem B&B. Also klingelten wir dort. Aber der alte verwirrte Mann, der glaubte, Deutsche ässen Saürkraut zum Frühstück, war nicht zu Haus. Also gingen wir ein Haus weiter. Zu teür. Noch ein Haus weiter - in einem "Hotel"- blieben wir. Und schliefen.
Julien
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Und übrigens regnet es klein in England. Auch jetzt noch.
PS: Wir sind durch den scheiss Regen gerannt, um ins Internetcafe zu gehen. Das macht aber erst um 10h auf. Scheisse. Dann steigen wir ins Auto, ich mache, verzweifelt wie ich bin, das Notebook an, und das verbindet erstmal... Tjo. Bad Luck oder so :D
PPS: Wir begeben uns gleich aufs Schiff. Richtung Zuhaus.
von Julien am 25.07.2005 um 09:36h GMT in Dover, irgendwo auf der Strasse.
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