Out and down in Galway
Das B&B in Sligo war sehr schön. Auch das Frühstück war nett. Nur der Frühstücksraum war etwas seltsam. Denn er war gross, lang und leer. Keine Bilder an den Wänden. Kaum Möbel, nur unser Tisch, zwei Stühle und ein künstlicher Kamin, in dem eine Plastikflamme flackerte.
Als wir gerade noch am schreiben waren, etwa 10 Minuten vor 11, um 11 sollten wir das Zimmer räumen, forderte man uns freundlich aber bestimmt auf, das Zimmer zu räumen, denn man wollte sauber machen. Wir verliessen also den Raum und ordneten erstmal die Unordnung im Auto. Dann fuhren wir in die Stadt. Auf dem Parkplatz, den wir auch am Tag zuvor benutzt hatten, parkten wir, und wurden Zeuge, wie etwa 4 oder 5 alte Citroën Enten mit finnischen Kennzeichen sich dort Parklplätze suchten. Dann gingen wir in die Stadt. Ich kaufte Bücher. Was auch sonst. Felix regte sich auf, denn die DVDs sind hier sehr teür. Und die CDs auch. Daher könnte sich der Florian einmal äussern, ob er 22 Euren für seinen Soundtrack zu zahlen bereit ist. Wir warfen noch einen ersten Stapel von Postkarten ein. Im dritten Buchladen passierte es dann. Wir standen gerade innen, als wir draussen Menschen auf Deutsch reden hörten. Verdammt. Es klappt einfach nicht. Wir können ihnen nicht entkommen. Die eine Deutsche, eine hässliche dicke Frau, kam herein und stand mir im Weg. "Excuse me, please", sagte ich zu ihr. Sie hielt mich für einen Einheimischen oder so. Ich habe sie gefoppt. Ha! Ein Punkt für mich.
Dann ging es wieder los. Wir fuhren Richtung Galway. Unterwegs kamen wir ins Oertchen Strandhill. Dort hatte Tony Hawks gewohnt, als er in Sligo war. Surfcity. Wir sahen das B&B, in dem er vermutlich gewohnt hat. Im Buch steht, wie wir es identifizieren konnten.
Irland verfügt übrigens über eine nicht zu unterschätzende Anzahl von Bergen. Die stehen hier einfach so in der Landschaft rum. Und die Iren baün gerne Strassen. Ständig sieht man die orangen Schilder mit den E-Gitarrenmännchen drauf, und darunter den Text "Men at work". Oder wahlweise auch "Major Roadwork Ahead". Die baün überall, wo noch keine Strassen sind, welche hin. Dabei lassen sie in ihren Ortschaften zwischen den Häusern genug Platz, um mal schnell die Wohndichte zu verzehnfachen. Seltsames Land...
Das Gebiet, in dem Galway liegt, kann man sehr gut mit "Aünland" beschreiben. Hier ist wirklich mal alles grün und idyllisch. Mitten in den weiten Wiesen verlaufen alte Steinhecken und alles ist ruhig und friedlich. Bis auf die Strassen. Und den vielen Verkehr. Galway ist ein einziger Stau, in dem wir eine gute Stunde zubrachten, um von der einen Seite der Stadt zur anderen zu kommen, nur um in einem schlechten, viel zu teüren B&B zu landen und dann wieder zurückzufahren. Das B&B in dem wir dann einkehrten war sehr schön. Ein gutes Zimmer, ensuite und so. Wir gingen, mal wieder, ins Kino. Dazu wird sich der Felix äussern:
Julien
Wir entschieden uns für WAR OF THE WORLDS. Hätten wir nicht machen sollen. Der Film hat einen weder mitgerissen, noch war er sonderlich spannend. Das Ende war Müll und überhaupt. Ich kann leider nichts zum Original sagen, deswegen vermute ich einfach mal, dass Spielberg das Ende mal übernommen hat. Ich will jetzt natürlich niemandem hier das Ende vorwegnehmen, deswegen bitte ich die, die das Original kennen, zu schreiben, wie der ausging. Die Effekte waren gut, der Ton auch. Musik war auch in Ordnung. Aber der Rest. Ich weiss nicht. Das ganze aus der Sicht des kleinen Mannes zu zeigen, war vielleicht mal was anderes, aber irgendwie ist mir der Film dadurch ein wenig egal geworden. Der liebe Spielberg wollte wahrscheinlich, dass man sich besser mit dem Protagonisten identifiezieren kann. Hat bei mir leider nicht funktioniert. Man sitzt am Ende im Kino und denkt sich nur "Wie? Das wars schon? Das ist alles?". War ein klassisches Hollywood Ending. Alle überleben und sind glücklich. Wie Scheisse ist das? Sehr. (2/5)
Felix
Nach dem Kino gingen wir in die Stadt, nur schnell gucken. Was wir dort erblickten brachte unsere Weltanschauung durcheinander. Die Innenstadt, die übrigens recht gross ist, war überfüllt mit derben Hippen, Oeken und Punken. Wo waren wir hier gelandet? Sie führten Strassentänze auf, lagen in den Ecken rum oder boten selbstgemachte Holzkettchen auf Strickdecken feil. Dazwischen tummelten sich einige gutaussehende Menschen, aber die Hippen hatten die Oberhand. Wo man auch hinblickte, sah man lange Haare, oft verfilzt. Selten sah man jemanden, der keine bunten Leinengewänder trug. Wir fühlten uns wie bei Woodstock. So etwas hatten wir noch nicht erlebt. Oeken sassen mit ihren Gitarren am Strassenrand und spielten, um einen kleinen Obulus zu ergattern. Eine Hippe stand, ihre Jacke vor sich ausgebreitet, an einer Ecke herum, tänzelte und spielte auf einer kleinen Flöte. Wo waren wir da bloss hineingeraten? Das war schlimmer als die Chaostage. Alle schienen froh und begeistert zu sein. Ueberall schien Nächstenliebe zu herschen. Gar nicht nach unserem Geschmack, haben wir doch gerade unsere Reise unter das Motto "You and me will all go down in history, with a sad statü of liberty and a generation that didn't agree" von System of a down gestellt. Diese Zeilen können wir sogar schon auswendig mitgrölen.
Schnell machten wir uns auf den Weg aus dem Epizentrum der Hippeninvasion und liefen zurück zum B&B, wo wir noch den Fernseher gebrauchten und dann schliefen. Ach nein. Vorher habe ich noch ein Glas im Waschbecken fallen gelassen. Das zerbrach. So wie auch der Aufstand der Hippen zerbrechen wird. Sie können nicht gewinnnen...
Hier gibt es die derben Hippen in Aktion
Julien
PS: Gruss an Christian Appel. Schönen Dank für Deine SMS. \nn/
von Julien am 21.07.2005 um 11:11h GMT in Galway Town, Galway.
Das B&B in Sligo war sehr schön. Auch das Frühstück war nett. Nur der Frühstücksraum war etwas seltsam. Denn er war gross, lang und leer. Keine Bilder an den Wänden. Kaum Möbel, nur unser Tisch, zwei Stühle und ein künstlicher Kamin, in dem eine Plastikflamme flackerte.
Als wir gerade noch am schreiben waren, etwa 10 Minuten vor 11, um 11 sollten wir das Zimmer räumen, forderte man uns freundlich aber bestimmt auf, das Zimmer zu räumen, denn man wollte sauber machen. Wir verliessen also den Raum und ordneten erstmal die Unordnung im Auto. Dann fuhren wir in die Stadt. Auf dem Parkplatz, den wir auch am Tag zuvor benutzt hatten, parkten wir, und wurden Zeuge, wie etwa 4 oder 5 alte Citroën Enten mit finnischen Kennzeichen sich dort Parklplätze suchten. Dann gingen wir in die Stadt. Ich kaufte Bücher. Was auch sonst. Felix regte sich auf, denn die DVDs sind hier sehr teür. Und die CDs auch. Daher könnte sich der Florian einmal äussern, ob er 22 Euren für seinen Soundtrack zu zahlen bereit ist. Wir warfen noch einen ersten Stapel von Postkarten ein. Im dritten Buchladen passierte es dann. Wir standen gerade innen, als wir draussen Menschen auf Deutsch reden hörten. Verdammt. Es klappt einfach nicht. Wir können ihnen nicht entkommen. Die eine Deutsche, eine hässliche dicke Frau, kam herein und stand mir im Weg. "Excuse me, please", sagte ich zu ihr. Sie hielt mich für einen Einheimischen oder so. Ich habe sie gefoppt. Ha! Ein Punkt für mich.
Dann ging es wieder los. Wir fuhren Richtung Galway. Unterwegs kamen wir ins Oertchen Strandhill. Dort hatte Tony Hawks gewohnt, als er in Sligo war. Surfcity. Wir sahen das B&B, in dem er vermutlich gewohnt hat. Im Buch steht, wie wir es identifizieren konnten.
Irland verfügt übrigens über eine nicht zu unterschätzende Anzahl von Bergen. Die stehen hier einfach so in der Landschaft rum. Und die Iren baün gerne Strassen. Ständig sieht man die orangen Schilder mit den E-Gitarrenmännchen drauf, und darunter den Text "Men at work". Oder wahlweise auch "Major Roadwork Ahead". Die baün überall, wo noch keine Strassen sind, welche hin. Dabei lassen sie in ihren Ortschaften zwischen den Häusern genug Platz, um mal schnell die Wohndichte zu verzehnfachen. Seltsames Land...
Das Gebiet, in dem Galway liegt, kann man sehr gut mit "Aünland" beschreiben. Hier ist wirklich mal alles grün und idyllisch. Mitten in den weiten Wiesen verlaufen alte Steinhecken und alles ist ruhig und friedlich. Bis auf die Strassen. Und den vielen Verkehr. Galway ist ein einziger Stau, in dem wir eine gute Stunde zubrachten, um von der einen Seite der Stadt zur anderen zu kommen, nur um in einem schlechten, viel zu teüren B&B zu landen und dann wieder zurückzufahren. Das B&B in dem wir dann einkehrten war sehr schön. Ein gutes Zimmer, ensuite und so. Wir gingen, mal wieder, ins Kino. Dazu wird sich der Felix äussern:
Julien
Wir entschieden uns für WAR OF THE WORLDS. Hätten wir nicht machen sollen. Der Film hat einen weder mitgerissen, noch war er sonderlich spannend. Das Ende war Müll und überhaupt. Ich kann leider nichts zum Original sagen, deswegen vermute ich einfach mal, dass Spielberg das Ende mal übernommen hat. Ich will jetzt natürlich niemandem hier das Ende vorwegnehmen, deswegen bitte ich die, die das Original kennen, zu schreiben, wie der ausging. Die Effekte waren gut, der Ton auch. Musik war auch in Ordnung. Aber der Rest. Ich weiss nicht. Das ganze aus der Sicht des kleinen Mannes zu zeigen, war vielleicht mal was anderes, aber irgendwie ist mir der Film dadurch ein wenig egal geworden. Der liebe Spielberg wollte wahrscheinlich, dass man sich besser mit dem Protagonisten identifiezieren kann. Hat bei mir leider nicht funktioniert. Man sitzt am Ende im Kino und denkt sich nur "Wie? Das wars schon? Das ist alles?". War ein klassisches Hollywood Ending. Alle überleben und sind glücklich. Wie Scheisse ist das? Sehr. (2/5)
Felix
Nach dem Kino gingen wir in die Stadt, nur schnell gucken. Was wir dort erblickten brachte unsere Weltanschauung durcheinander. Die Innenstadt, die übrigens recht gross ist, war überfüllt mit derben Hippen, Oeken und Punken. Wo waren wir hier gelandet? Sie führten Strassentänze auf, lagen in den Ecken rum oder boten selbstgemachte Holzkettchen auf Strickdecken feil. Dazwischen tummelten sich einige gutaussehende Menschen, aber die Hippen hatten die Oberhand. Wo man auch hinblickte, sah man lange Haare, oft verfilzt. Selten sah man jemanden, der keine bunten Leinengewänder trug. Wir fühlten uns wie bei Woodstock. So etwas hatten wir noch nicht erlebt. Oeken sassen mit ihren Gitarren am Strassenrand und spielten, um einen kleinen Obulus zu ergattern. Eine Hippe stand, ihre Jacke vor sich ausgebreitet, an einer Ecke herum, tänzelte und spielte auf einer kleinen Flöte. Wo waren wir da bloss hineingeraten? Das war schlimmer als die Chaostage. Alle schienen froh und begeistert zu sein. Ueberall schien Nächstenliebe zu herschen. Gar nicht nach unserem Geschmack, haben wir doch gerade unsere Reise unter das Motto "You and me will all go down in history, with a sad statü of liberty and a generation that didn't agree" von System of a down gestellt. Diese Zeilen können wir sogar schon auswendig mitgrölen.
Schnell machten wir uns auf den Weg aus dem Epizentrum der Hippeninvasion und liefen zurück zum B&B, wo wir noch den Fernseher gebrauchten und dann schliefen. Ach nein. Vorher habe ich noch ein Glas im Waschbecken fallen gelassen. Das zerbrach. So wie auch der Aufstand der Hippen zerbrechen wird. Sie können nicht gewinnnen...
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von Julien am 21.07.2005 um 11:11h GMT in Galway Town, Galway.
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