Port-noo! One strange town we never visited.
Pauline Daly (die Haushälterin) war auch sehr freundlich. Fast schon zu freundlich. Sie bat uns in den Fernseh- und Essraum zu gehen um dort einen von ihr zubereiteten Tee zu trinken. Das war uns bis dahin noch nicht passiert. Hmm. Irgendwann bekamen wir dann auch unsere Tassen. Doch sie rannte schnell wieder in ein anderes, uns nicht zugängliches Zimmer. Was geschah da? Plötzlich erinnerte uns die Situation an eine Kurzgeschichte von Roald Dahl. In jener fiktiven Geschichte kommt ein Backpacker in ein Bed & Breakfast zu einer älteren Dame. Im Gästbook stehen nur zwei Namen. Doch diese kommen dem Protagonisten irgendwie bekannt vor. Er kann sich nur nicht daran erinnern, woher. In weiteren Gesprächen kommt dann heraus, dass diese Zwei Personen immer noch bei ihr wohnen würden, und das seit Monaten. Das ganze Haus ist dekoriert mit preparieten Tieren. Als er am Abend noch bei der Dame im Zimmer sitzt und einen Tee zu sich nimmt, so wird ihm plötzlich schwindelig. Es beginnt ohnmächtig zu werden. In dem Augenblick kann er sich an die Namen erinnern - Sie waren beide vermisst worden und nie gefunden. Der verstorbene Mann der alten Dame war Tierpräparator und hat ihr sein Wissen weitervermitteln können und sie schien nun fröhlich alles und jeden auszustopfen.
Eine Kanne Tee und zwei KitKat speater waren wir noch bei Bewusstsein. Also doch nur eine nette Frau. Sie interessierte sich auch sehr für uns und somit hatten wir dann nach einem anstrengendem Tag einen netten Abend. Okay, wir mussten in einem Bett pennen, aber das haben wir, wie ich finde mit Bravour gemeistert. Am nächsten Morgen gab es auch noch ein nettes Frühstück, mit nem leckeren Obstsalat, den nur ich geniessen konnte, da Äpfel in der Zubereitung intergriert wurden. Doch dann kam eine Frage, auf die wir im Nachhinein die Antwort lieber verweigert hätten. "Do you want some black pudding? It's black." Abenteuerlustig, wie wir nun mal sind mussten wir natürlich dem Ungewissen entgegentreten. Doch dann kam der, gemeinerweise als "Pudding" beschriebene Klotz. Komplett schwarz. Sieht aus, wie ein kleines Kohlebrikett. Vorsichtig ein kleines Teil abgeschitten und in Richtung Mundhöhle dirigiert. Schmeckte irgendwie mekrwürdig, aber noch erträglich. Doch bevor wir das kleine Objekt komplett verspeisen konnten, mussten wir natürlich fragen, aus was dieses Gerät bestehen würde. Der zweite Fehler an dem Morgen. Die Antwort mag vielleicht nicht für jeden erschreckend sein, allerdings ist für uns Schafs- und Rinderleber zum Frühstück doch ein wenig viel. Jetzt schmeckte es nur noch widerlich. Trotz alledem assen wir es dann doch komplett auf. Als wir mit dem Frühstück schon fast fertig waren, hörten wir, wie drei andere Gäste die Treppe zum Esszimmer herunter kamen. Wie der Zufall es so will, waren es drei junge Frauen aus Simbabwe. (w00t!) Julien hat sich natürlich riesig gefreut. Nachdem wir dann unsere Sachen wieder eingepackt hatten zeigten wir unserer fürsorglichen Gastgeberin noch die Seite hier, machten Fotos und verschwanden in Richtung Navan. Von dort aus nach Kells, welches der liebe Herr Hawks in seinem Buch auch beschrieben hat. Doch da scheint er seiner Schriftstellerischen Freiheit wohl doch ein wenig viel Spielraum zu lassen. Er beschreibt den Ort als ein sehr kleines Dörfchen, bestehend aus einem Shop und einem Pub. Wir fuhren durch und mussten feststellen, dass Kells schon grösser als das ist. Sagen wir mal, so gross wie Hiddestorf. Das sollte hinkommen. Aber gut. Sind ja eh nur hindurchgebraust. Ab nach Cavan und weiter in Richtung Northern Ireland. AUf dem Weg noch in einem Pub eine 0,2l Cola für 2,10 EUren getrunken um gestärkt für die Nordirren zu sein. Ist eigentlich genau wie der Rest Irlands. Nur eben ein bisschen englischer. Meilen und so. Und es riecht dort auch an manchen Ecken ein wenig streng. So, wie in Polen oder der DDR. Die scheinen wohl einen Hang zu Pyromanie zu haben. Ich kenne da einen, der sich dort wahrscheinlich recht wohl fühlen würde. Aufgrund von Juliens Magen legte wir dann mal eine Pause ein und parkten auf einem Schotterparkplatz. Ein bisschen umgeguckt und dann langsam den Berg hochgekrackselt. Auf dem Weg hoch noch das, hoffentlich alles von euch bekannte Video gedreht und weiter gestiefelt. Recht weit den Berg hochgerannt, Aussicht genossen, zum Parkplatz zurück gekehrt und Brote geschmiert. Viele. Julien hatte ja schliesslich Hunger. Als wir dann seinen Magen besänftigen konnten - nein - als wir kein Brot mehr hatten wollten wir eigentlich weiter. Doch kurz bevor wir wieder mit der Strasse eins werden konnten, kam eine kleine Ansammlung von Lkwen vorbei. Naja, so 70 bis 80 waren es dann bestimmt. Leider wollte keiner unsere Evil Horns erwiedern. Was sind denn das für blöde Trucker? Immer nur am Winken und Hupe betätigen. Kann man nichts machen. Weiter gefahren, in Donegal Town angekommen und ein B&B gesucht. Wir haben dann auf Anhieb eins gefunden. Und was für eins. Welch ein Fernseher. Ihr kennt ihn ja schon.
Felix
Welch ein Fernseher in der Tat. Aber auch der DVD Player, Videorekorder und besonders die Skybox liessen keine Wünsche offen. Dann noch das dicke Ledersofa, die zwei Ledersessel und die zwei Schaukelstühle. Nur der Kamin war leider zugestellt. Aber mal unter uns. ~500 Sender... das kann doch kein Mensch anschauen. Da gab es so interessante Sachen wie diverse Teleshop Channel für z.B. Juwelen, Schmuck oder Elektrogeräte. Und nich zu vergessen die zahlreichen "religious Channels", auf denen es unter anderem Sendungen über religiöse Themen, aber auch 24h non-stop Bibellesungen gab. Die spinnen, die Irren. Und die Engen auch.
Wir gaben uns ersteinmal in die Stadt, wo wir auch gleich ein Internetcafe erspäten. Das war an einem Sonntagabend natürlich zu. Stadt ist übrigens etwas hochgegriffen. So gibt es doch in ganz County Donegal laut Tony Hawks nur in Letterkenny eine fest installierte Ampel. Nirgends anders. Wir liefen also dreimal durch die Stadt und endeten schliesslich bei einem recht nobel aussehenden Inder, bestellten nach eingehender Beratung etwas und nahmen in der Lounge platz. Schnell begann eine Unterhaltung mit den beiden Indern hinter dem Thresen. Sie fragten, woher wir denn kämen und der eine der beiden, welchen wir glücklicherweise, im Gegensatz zum anderen, verstanden, war sehr erfreut, zu hören, dass wir Deutsche sind, und löcherte uns sogleich mit fragen, wie "Are you from Bonn, Frankfurt or München? How far away is Bonn from your Town? Have you been to Bonn? Did you know there live lots of Bangladesh people in Bonn?" Warum der gute so fixiert auf Bonn war, werden wir wohl nie erfahren. Auf jeden Fall war das Essen sehr gut und ziemlich günstig. Ein insgesamt recht sparsamer Tag. Und Nan-bread rockt.
Es blieb uns natürlich nicht erspart, wieder einmal ein paar Deutsche zu treffen. Ein Kleinwagen aus Hamburg stand direkt vor unserem Auto in der Einfahrt unserer Residenz. Verdammt. Wir haben wohl nie unsere Ruhe.
Am nächsten Morgen war ich duschen. Wie jeden Morgen, denn bisher hatten wir immer den Luxus, eine Dusche zur Verfügung zu haben. Halt. Nein. Den Morgen davor haben wir nicht geduscht. Aus Zeitmangel. Oder Lust. Oder beides. Auf jeden Fall ging ich Duschen. Der Riegel der ein Stockwerk weiter oben gelegenen Badezimmertür (auch der dazugehörige Raum war ein Stockwerk weiter oben) kam mir von Anfang an etwas blöd vor. Doch die wahren Ausmasse meiner Blindheit wurden mir erst Bewusst, als ich mit dem Duschen in einer Badewanne mit Duschamatur, die wohl das einzige nicht bonzige im ganzen Haus war, fertig war. Denn als ich das Fenster öffnete, öffnete sich auch die Tür o.O. Wie kann das sein, dachte ich mir, mein Verstand noch nicht ganz auf der Höhe, da morgens. Dann realisierte ich, dass die Tür nach innen aufging. Welchen Zweck erfüllt ein Riegel, wenn die TÜr in die gleiche Richtung aufgeht, und der Riegel nur vor den Rahmen geschoben wird, und noch dazu etwa einen cm über diesen ragt und wegen seiner Grösse schwierig mit zwei Fingern zu greifen ist? Genau, keinen. Ich duschte also in einem Haus voller anderer Leute in der Badewanne im Bad im zweiten Stock, ohne die Tür abzuschliessen. Zum Glück ist mir nichts passiert. Nicht dass da eine verirrte Ome hereingekommen wäre. Oder schlimmer, die hübsche vermutlich-Enkelin der Hausbesitzer...
Frisch gesäubert gab es wieder mal ein irisches Frühstück. Es gibt übrigens keinen grossen Unterschied zwischen englischem und irischem. Lediglich das Brot ist etwas anders. Die Iren legen keinen so grossen Wert darauf, relativ teueres Toastbrot in gleichschenkliche Pyramiden-von-der-Seite zu schneiden, sondern nehmen einfach Toast, am besten regelmässig-rechteckige Scheiben, und geben die ungeschnitten in einem Korb auf den Tisch. Dazu gibt es meist eine Art Vollkornbrot, dass mich sehr stark an die Grundschulzeit erinnerte, als wir Roggen und Weizen vom Feld gesammelt, mit Kaffeemühlen gemalen und daraus Brötchen gebacken haben. Nur hat das komische irre Brot einen seltsamen Nachgeschmack. Ich glaube, die haben kein Salz.
Gut gestärkt ging es in die Stadt und ins Internetcafe, in dem es nicht gut roch. Das Resultat ist ja bekannterweise weiter unten zu lesen. Nächstes Ziel war die Essotankstelle auf dem Weg Richtung Bunbeg am Ortsausgang von Donegal Town. Zu meiner grossen Überaschung machte sich eine junge Frau in einer Esso Uniform (ein dunkles Polohemd mit kleinem AUfdruck) auf, mein Auto zu betanken. "It's all right. I can help myself. Thank you." sagte ich zu ihr. Das schien sie zu überaschen. Mit einem "Are you sure?" zog sie beleidigt ab. Offenbar muss man in Irland erst einen Kurs im Auto betanken machen. Sie war wohl sehr stolz darauf, dass sie das kann. Ich frage mich nur, woher diese Tankstellenarbeiter wissen sollen, ob man Benzin oder Diesel will. Etwas anderes gibt es hier ja eh nicht. 95 Oktan oder Diesel. Mehr ist nicht. Ich betankte das Auto für sagenhafte 1,05 Euro/liter bleifrei und zahlte endlich einmal mit Karte.
Jetzt ging es nach Bunbeg, wieder ganz auf den Spuren von Tony Hawks. An dieser Stelle möchte ich einmal anmerken, wie schön die irische Landschaft ist. Das ist aber auch alles. Vom Wetter schwer enttäuscht fuhren wir durch Donegal County, einem Gebiet, das seinen Charme erst auspackt, wenn es richtig gut am Regnen ist. Dabei ist das Wetter hier echt komisch. Von einer Sekunde auf die andere giesst es wie aus Eimern und fünf Minuten später scheint wieder die Sonne, als ob nix gewesen wär. Dafür erstrahlen dann die Wiesen, Sümpfe und das Heideland, jeweils gespickt mit kleinen Seen, Tümpeln und Felsen, sowie bewohnt von unzähligen Schafen, in einem ganz besonderen Glanz. Da es, wie bereits erwähnt, in Donegal keine Ampeln gibt, hatten wir ziemlich freie Fahrt. Irgendwann bogen wir dann ab. Und landeten auf einer eher schmalen Strasse, die praktisch durchs nix führte. Wir folgten ihr für etwa 30 Minuten und konnten uns über die Geschwindigkeitsbegrenzung von 80km/h nur wundern, war es doch auf Grund der Hebungen und serpentinen-ähnlichen Kurven nicht möglich, schneller als 40 zu fahren. Bei uns wären die Strassen wohl mit 30 oder noch weniger gekennzeichnet. Aber die Strapazen lohnen sich. Die Aussicht ist überwältigend und nicht auf Fotos einzufangen. Als die sehr kleine Strasse später wieder in eine etwas grössere mündete, entschlossen wir uns spontan, in einem Pub, das, von 3 oder 4 anderen Gebäuden flankiert, ein Dorf zu bilden schien, einzukehren. Eine etwas billigere Cola als letztes Mal, die wir von einem etwa 16 Jahre alten Iren mit einem seehr harten Akzent serviert bekamen, später ging die Reise weiter. Wir erreichten am Ende der eher langen Strasse dann tatsächlich Bunbeg.
Unterwegs sahen wir aber noch eine Menge Schafe. Ich glaube, es gibt in Irland weitaus mehr Schafe, als Menschen. Irland hat etwa 6 Milionen Einwohner, aber bestimmt 30 Milionen Schafe. Und die armen Dinger stehen den ganzen Tag auf einer Weide rum, sehen nix anderes als die Landschaft, werden vollgeregnet und können einem echt Leid tun. Wenn dann mal ein Auto vorbeiführt, dann freuen sich die Schafe richtig. Aufgeregt mühen sie die gute Nachrichtig von etwas Abwechslung zu ihren Kumpanen, die sogleich herbeigelaufen kommen. Lediglich die Schafe, die sich auf der Strasse niedergelassen hatten, flohen vor uns. Da diese ja sowieso immer nur hart chillen, gehen sie wohl langsam zugrunde. Daher vermute ich mal, dass sie so hart gechillt hatten, dass ihnen unser lautes Metallica wohl doch etwas zu viel war. Die Schafe stehen eher auf Reggea. Da können sie dann so richtig dazu abchillen. Wenn sie dann zu lange zu hart gechillt haben, dann passiert das Unvermeidliche. Sie zerchillen. Das äussert sich bei Schafen darin, dass sie exoterm reagieren, weil sie zu viele Chillstoffe gebildet haben. Sie zerplatzen. Boom. Das hörten wir mehrere Male, wurden aber leider nicht Zeuge einer sollchen Zerchillung. Immerhin wissen wir jetzt, wie die Irren an die Zutaten für ihren Black Pudding kommen. Sie ernten die Lebern einfach vom Feld. So brauchen sie die Schafe nicht zu schlachten, denn irgendwann geht eh jedes Schaf hoch. Und runter kommen sie alle irgendwann...
Julien
Angekommen in Bunbeg bogen wir an der ersten Kreuzung ab um zum Hafen zu kommmen, an welchem auch das Bunbeg House sein sollte, in dem Tony bei seinem Aufenthalt hier nächtigte. Der Kurvenreichen Strasse für einige Minuten gefolgt, bis wir zum sogenannten Hafen kamen. Hafen. Naja, so hätte ich das nicht wirklich genannt. Okay, da war Wasser und da waren auch Boote, aber Hafen? Naja, soll mir recht sein. Auto abgstellt und entschlossen ganz locker ins Dorfzentrum zu laufen. Fehler. Das Dorf war dann doch irgendwie recht gross. Effektiv waren wir dann so zwei Stunden unterwegs. Haben nen Pub Food Burger gegessen und den Strand besichtigt. Da liegt ja das gestrandete Boot rum, zu dem man bei Ebbe gehen kann. Es war Flut. Wind. Und kalt. Dann regnete es noch. Blöd. Zurück zum "Hafen" und ins Bunbeg House rein. Zimmer genommen und mit dem Auto wieder zurück ins Dorf. Mussten noch einkaufen. Spar war das beste (einzige) was wir finden konnten. Da streunt man dann durch so einen Laden am Arsch der Welt, sucht verzweifelt nach Sparkling Water und plötzlich hört man etwas vertrautes. Mist. Deutsche. Sogar hier. Zwei männliche Deutsche, etwas älter als wir. Fahren auch rund um Irland. Aber mit Mietwagen. Luschen! Nicht ma in Bunbeg hat man Ruhe vor unseres Gleichen. Essen gekauft un ab ins B&B. Dort haben wir dann durch ausführliche Recherche herausgefunden, dass der Laden in dem wir uns zu dem Zeitpunkt befanden immer noch den gleiche Leuten gehörte, wie schon zu Tonys Zeiten, 1997. Da, wie wir dachten in dem Dorf nicht viel los sei, blieben wir lieber in unserem Zimmer und unterhielten uns lange. Irgendwann ging ich dann schlafen und Julien las noch ein wenig. Gut, es waren dann wohl so 200 Seiten. Er konnte nicht einschlafen. Wachte dann um 0230 Uhr auf, als Julien immer noch wach war, das Fernsegen genoss und dabei das Fenster aufmachte. Ich schlief einfach wieder ein.
Felix
Das Frühstück am nächsten Morgen war reichhaltig. Mit etwas, das wir als white pudding bezeichnet haben. Gebratene Leberwurst oder so. Pfui. Bunbeg Haus ist ziemlich gross. Mit etwa 20 Zimmern. Wir wurden von einem älteren Herrn bedient, dessen Akzent eher ungewöhnlich für Irland war. Hatten wir Andy getroffen? Als wir bezahlten, fragte ich die gute Frau, ob wir denn weniger bezahlen müssten, wenn wir einen Kühlschrank hätten. Ihr Gesicht heiterte sich auf und sie grinste uns an, fragte ob wir denn das Buch gelesen hätten. Dann kam ihr Mann vorbei. Natürlich war es Andy. Wir sprachen mit ihm. Er zeigte uns sein Buch aus der Erstauflage und ein von Tony signiertes deutsches Exemplar. Whoa. Dann bat er quasi darum, unser Buch signieren zu dürfen. Ich liess ihn gewähren. Er erzählte uns, dass Tony vor 2 Jahren wieder bei ihm war. Und dass er jetzt ein Boot besässe und Tony mit diesem in 20 Minuten nach Tory Island gebracht hatte. Whoa. Welch Dramatik. Wir machten ein Foto. Eigentlich machte es seine Tochter. Die ist übrigens in der aktuellen englischen Ausgabe des Buches auf dem Foto von Bunbeg House auch zu sehen. Ganz rechts.

Dann machten wir uns auf den Weg. Noch einmal runter zum Strand. Das Schiffswrack besuchen, denn am Tag zuvor kam gerade die Flut. Wir liefen runter zum Strand. Der Mast des Schiffes ist inzwischen umgeknickt. Aber es ist trotzdem ein tolles Wrack. Leider begann es dann zu regnen. Immer stärker. Wir waren klatschnass als wir das Auto erreichten und hineinsprangen. Im Vorbeilaufen bemerkten wir, dass das Auto neben unserem, ein VW Bus, ein deutsches Kennzeichen hatte. Freiburg. NEIN! Das darf nicht sein. Noch mindestens zwei andere Gruppen Deutsche in Bunbeg. Am Arsch der Welt. Warum wir? Ich verstehe die Welt nicht mehr.
Gut durchgenässt fuhren wir nach Sligo. Das dauerte einige Zeit. Relativ lange eigentlich. In Sligo fuhren wir herum. Gar nicht so einfach das. Denn die Stadt testet grade ein experimentelles Verkehrssystem. Das totale Chaos. Wir suchten ein B&B und wurden alsbald fündig. Ein schöner Raum bei scheinbar ganz netten Leuten für weniger als bisher. Dann fuhren wir wieder Richtung Stadt. Und gingen ins Kino. In Sin City. Juhu. Ein sehr geiler Film. Sehr stylisch. Sehr kutlig. Sehr ab 18. Und nur 4 andere Leute im Kino. Davon zwei jung und weiblich. Und die setzten sich genau zu uns. o.O.
Jetzt ist es morgens. Wir schliefen gut. Und wir frühstückten gut. Doch dann warf an uns quasi raus. Denn man wollte saubermachen. Felix lenkt gerade das Auto durch Sligo zu einem Parkplatz. Dann werden wir diesen Text hochladen und Sachen kaufen.
Julien
von Julien am 20.07.2005 um 12:20h GMT in Sligo Town, Sligo County, Cygo Internet Cafe.
Pauline Daly (die Haushälterin) war auch sehr freundlich. Fast schon zu freundlich. Sie bat uns in den Fernseh- und Essraum zu gehen um dort einen von ihr zubereiteten Tee zu trinken. Das war uns bis dahin noch nicht passiert. Hmm. Irgendwann bekamen wir dann auch unsere Tassen. Doch sie rannte schnell wieder in ein anderes, uns nicht zugängliches Zimmer. Was geschah da? Plötzlich erinnerte uns die Situation an eine Kurzgeschichte von Roald Dahl. In jener fiktiven Geschichte kommt ein Backpacker in ein Bed & Breakfast zu einer älteren Dame. Im Gästbook stehen nur zwei Namen. Doch diese kommen dem Protagonisten irgendwie bekannt vor. Er kann sich nur nicht daran erinnern, woher. In weiteren Gesprächen kommt dann heraus, dass diese Zwei Personen immer noch bei ihr wohnen würden, und das seit Monaten. Das ganze Haus ist dekoriert mit preparieten Tieren. Als er am Abend noch bei der Dame im Zimmer sitzt und einen Tee zu sich nimmt, so wird ihm plötzlich schwindelig. Es beginnt ohnmächtig zu werden. In dem Augenblick kann er sich an die Namen erinnern - Sie waren beide vermisst worden und nie gefunden. Der verstorbene Mann der alten Dame war Tierpräparator und hat ihr sein Wissen weitervermitteln können und sie schien nun fröhlich alles und jeden auszustopfen.
Eine Kanne Tee und zwei KitKat speater waren wir noch bei Bewusstsein. Also doch nur eine nette Frau. Sie interessierte sich auch sehr für uns und somit hatten wir dann nach einem anstrengendem Tag einen netten Abend. Okay, wir mussten in einem Bett pennen, aber das haben wir, wie ich finde mit Bravour gemeistert. Am nächsten Morgen gab es auch noch ein nettes Frühstück, mit nem leckeren Obstsalat, den nur ich geniessen konnte, da Äpfel in der Zubereitung intergriert wurden. Doch dann kam eine Frage, auf die wir im Nachhinein die Antwort lieber verweigert hätten. "Do you want some black pudding? It's black." Abenteuerlustig, wie wir nun mal sind mussten wir natürlich dem Ungewissen entgegentreten. Doch dann kam der, gemeinerweise als "Pudding" beschriebene Klotz. Komplett schwarz. Sieht aus, wie ein kleines Kohlebrikett. Vorsichtig ein kleines Teil abgeschitten und in Richtung Mundhöhle dirigiert. Schmeckte irgendwie mekrwürdig, aber noch erträglich. Doch bevor wir das kleine Objekt komplett verspeisen konnten, mussten wir natürlich fragen, aus was dieses Gerät bestehen würde. Der zweite Fehler an dem Morgen. Die Antwort mag vielleicht nicht für jeden erschreckend sein, allerdings ist für uns Schafs- und Rinderleber zum Frühstück doch ein wenig viel. Jetzt schmeckte es nur noch widerlich. Trotz alledem assen wir es dann doch komplett auf. Als wir mit dem Frühstück schon fast fertig waren, hörten wir, wie drei andere Gäste die Treppe zum Esszimmer herunter kamen. Wie der Zufall es so will, waren es drei junge Frauen aus Simbabwe. (w00t!) Julien hat sich natürlich riesig gefreut. Nachdem wir dann unsere Sachen wieder eingepackt hatten zeigten wir unserer fürsorglichen Gastgeberin noch die Seite hier, machten Fotos und verschwanden in Richtung Navan. Von dort aus nach Kells, welches der liebe Herr Hawks in seinem Buch auch beschrieben hat. Doch da scheint er seiner Schriftstellerischen Freiheit wohl doch ein wenig viel Spielraum zu lassen. Er beschreibt den Ort als ein sehr kleines Dörfchen, bestehend aus einem Shop und einem Pub. Wir fuhren durch und mussten feststellen, dass Kells schon grösser als das ist. Sagen wir mal, so gross wie Hiddestorf. Das sollte hinkommen. Aber gut. Sind ja eh nur hindurchgebraust. Ab nach Cavan und weiter in Richtung Northern Ireland. AUf dem Weg noch in einem Pub eine 0,2l Cola für 2,10 EUren getrunken um gestärkt für die Nordirren zu sein. Ist eigentlich genau wie der Rest Irlands. Nur eben ein bisschen englischer. Meilen und so. Und es riecht dort auch an manchen Ecken ein wenig streng. So, wie in Polen oder der DDR. Die scheinen wohl einen Hang zu Pyromanie zu haben. Ich kenne da einen, der sich dort wahrscheinlich recht wohl fühlen würde. Aufgrund von Juliens Magen legte wir dann mal eine Pause ein und parkten auf einem Schotterparkplatz. Ein bisschen umgeguckt und dann langsam den Berg hochgekrackselt. Auf dem Weg hoch noch das, hoffentlich alles von euch bekannte Video gedreht und weiter gestiefelt. Recht weit den Berg hochgerannt, Aussicht genossen, zum Parkplatz zurück gekehrt und Brote geschmiert. Viele. Julien hatte ja schliesslich Hunger. Als wir dann seinen Magen besänftigen konnten - nein - als wir kein Brot mehr hatten wollten wir eigentlich weiter. Doch kurz bevor wir wieder mit der Strasse eins werden konnten, kam eine kleine Ansammlung von Lkwen vorbei. Naja, so 70 bis 80 waren es dann bestimmt. Leider wollte keiner unsere Evil Horns erwiedern. Was sind denn das für blöde Trucker? Immer nur am Winken und Hupe betätigen. Kann man nichts machen. Weiter gefahren, in Donegal Town angekommen und ein B&B gesucht. Wir haben dann auf Anhieb eins gefunden. Und was für eins. Welch ein Fernseher. Ihr kennt ihn ja schon.
Felix
Welch ein Fernseher in der Tat. Aber auch der DVD Player, Videorekorder und besonders die Skybox liessen keine Wünsche offen. Dann noch das dicke Ledersofa, die zwei Ledersessel und die zwei Schaukelstühle. Nur der Kamin war leider zugestellt. Aber mal unter uns. ~500 Sender... das kann doch kein Mensch anschauen. Da gab es so interessante Sachen wie diverse Teleshop Channel für z.B. Juwelen, Schmuck oder Elektrogeräte. Und nich zu vergessen die zahlreichen "religious Channels", auf denen es unter anderem Sendungen über religiöse Themen, aber auch 24h non-stop Bibellesungen gab. Die spinnen, die Irren. Und die Engen auch.
Wir gaben uns ersteinmal in die Stadt, wo wir auch gleich ein Internetcafe erspäten. Das war an einem Sonntagabend natürlich zu. Stadt ist übrigens etwas hochgegriffen. So gibt es doch in ganz County Donegal laut Tony Hawks nur in Letterkenny eine fest installierte Ampel. Nirgends anders. Wir liefen also dreimal durch die Stadt und endeten schliesslich bei einem recht nobel aussehenden Inder, bestellten nach eingehender Beratung etwas und nahmen in der Lounge platz. Schnell begann eine Unterhaltung mit den beiden Indern hinter dem Thresen. Sie fragten, woher wir denn kämen und der eine der beiden, welchen wir glücklicherweise, im Gegensatz zum anderen, verstanden, war sehr erfreut, zu hören, dass wir Deutsche sind, und löcherte uns sogleich mit fragen, wie "Are you from Bonn, Frankfurt or München? How far away is Bonn from your Town? Have you been to Bonn? Did you know there live lots of Bangladesh people in Bonn?" Warum der gute so fixiert auf Bonn war, werden wir wohl nie erfahren. Auf jeden Fall war das Essen sehr gut und ziemlich günstig. Ein insgesamt recht sparsamer Tag. Und Nan-bread rockt.
Es blieb uns natürlich nicht erspart, wieder einmal ein paar Deutsche zu treffen. Ein Kleinwagen aus Hamburg stand direkt vor unserem Auto in der Einfahrt unserer Residenz. Verdammt. Wir haben wohl nie unsere Ruhe.
Am nächsten Morgen war ich duschen. Wie jeden Morgen, denn bisher hatten wir immer den Luxus, eine Dusche zur Verfügung zu haben. Halt. Nein. Den Morgen davor haben wir nicht geduscht. Aus Zeitmangel. Oder Lust. Oder beides. Auf jeden Fall ging ich Duschen. Der Riegel der ein Stockwerk weiter oben gelegenen Badezimmertür (auch der dazugehörige Raum war ein Stockwerk weiter oben) kam mir von Anfang an etwas blöd vor. Doch die wahren Ausmasse meiner Blindheit wurden mir erst Bewusst, als ich mit dem Duschen in einer Badewanne mit Duschamatur, die wohl das einzige nicht bonzige im ganzen Haus war, fertig war. Denn als ich das Fenster öffnete, öffnete sich auch die Tür o.O. Wie kann das sein, dachte ich mir, mein Verstand noch nicht ganz auf der Höhe, da morgens. Dann realisierte ich, dass die Tür nach innen aufging. Welchen Zweck erfüllt ein Riegel, wenn die TÜr in die gleiche Richtung aufgeht, und der Riegel nur vor den Rahmen geschoben wird, und noch dazu etwa einen cm über diesen ragt und wegen seiner Grösse schwierig mit zwei Fingern zu greifen ist? Genau, keinen. Ich duschte also in einem Haus voller anderer Leute in der Badewanne im Bad im zweiten Stock, ohne die Tür abzuschliessen. Zum Glück ist mir nichts passiert. Nicht dass da eine verirrte Ome hereingekommen wäre. Oder schlimmer, die hübsche vermutlich-Enkelin der Hausbesitzer...
Frisch gesäubert gab es wieder mal ein irisches Frühstück. Es gibt übrigens keinen grossen Unterschied zwischen englischem und irischem. Lediglich das Brot ist etwas anders. Die Iren legen keinen so grossen Wert darauf, relativ teueres Toastbrot in gleichschenkliche Pyramiden-von-der-Seite zu schneiden, sondern nehmen einfach Toast, am besten regelmässig-rechteckige Scheiben, und geben die ungeschnitten in einem Korb auf den Tisch. Dazu gibt es meist eine Art Vollkornbrot, dass mich sehr stark an die Grundschulzeit erinnerte, als wir Roggen und Weizen vom Feld gesammelt, mit Kaffeemühlen gemalen und daraus Brötchen gebacken haben. Nur hat das komische irre Brot einen seltsamen Nachgeschmack. Ich glaube, die haben kein Salz.
Gut gestärkt ging es in die Stadt und ins Internetcafe, in dem es nicht gut roch. Das Resultat ist ja bekannterweise weiter unten zu lesen. Nächstes Ziel war die Essotankstelle auf dem Weg Richtung Bunbeg am Ortsausgang von Donegal Town. Zu meiner grossen Überaschung machte sich eine junge Frau in einer Esso Uniform (ein dunkles Polohemd mit kleinem AUfdruck) auf, mein Auto zu betanken. "It's all right. I can help myself. Thank you." sagte ich zu ihr. Das schien sie zu überaschen. Mit einem "Are you sure?" zog sie beleidigt ab. Offenbar muss man in Irland erst einen Kurs im Auto betanken machen. Sie war wohl sehr stolz darauf, dass sie das kann. Ich frage mich nur, woher diese Tankstellenarbeiter wissen sollen, ob man Benzin oder Diesel will. Etwas anderes gibt es hier ja eh nicht. 95 Oktan oder Diesel. Mehr ist nicht. Ich betankte das Auto für sagenhafte 1,05 Euro/liter bleifrei und zahlte endlich einmal mit Karte.
Jetzt ging es nach Bunbeg, wieder ganz auf den Spuren von Tony Hawks. An dieser Stelle möchte ich einmal anmerken, wie schön die irische Landschaft ist. Das ist aber auch alles. Vom Wetter schwer enttäuscht fuhren wir durch Donegal County, einem Gebiet, das seinen Charme erst auspackt, wenn es richtig gut am Regnen ist. Dabei ist das Wetter hier echt komisch. Von einer Sekunde auf die andere giesst es wie aus Eimern und fünf Minuten später scheint wieder die Sonne, als ob nix gewesen wär. Dafür erstrahlen dann die Wiesen, Sümpfe und das Heideland, jeweils gespickt mit kleinen Seen, Tümpeln und Felsen, sowie bewohnt von unzähligen Schafen, in einem ganz besonderen Glanz. Da es, wie bereits erwähnt, in Donegal keine Ampeln gibt, hatten wir ziemlich freie Fahrt. Irgendwann bogen wir dann ab. Und landeten auf einer eher schmalen Strasse, die praktisch durchs nix führte. Wir folgten ihr für etwa 30 Minuten und konnten uns über die Geschwindigkeitsbegrenzung von 80km/h nur wundern, war es doch auf Grund der Hebungen und serpentinen-ähnlichen Kurven nicht möglich, schneller als 40 zu fahren. Bei uns wären die Strassen wohl mit 30 oder noch weniger gekennzeichnet. Aber die Strapazen lohnen sich. Die Aussicht ist überwältigend und nicht auf Fotos einzufangen. Als die sehr kleine Strasse später wieder in eine etwas grössere mündete, entschlossen wir uns spontan, in einem Pub, das, von 3 oder 4 anderen Gebäuden flankiert, ein Dorf zu bilden schien, einzukehren. Eine etwas billigere Cola als letztes Mal, die wir von einem etwa 16 Jahre alten Iren mit einem seehr harten Akzent serviert bekamen, später ging die Reise weiter. Wir erreichten am Ende der eher langen Strasse dann tatsächlich Bunbeg.
Unterwegs sahen wir aber noch eine Menge Schafe. Ich glaube, es gibt in Irland weitaus mehr Schafe, als Menschen. Irland hat etwa 6 Milionen Einwohner, aber bestimmt 30 Milionen Schafe. Und die armen Dinger stehen den ganzen Tag auf einer Weide rum, sehen nix anderes als die Landschaft, werden vollgeregnet und können einem echt Leid tun. Wenn dann mal ein Auto vorbeiführt, dann freuen sich die Schafe richtig. Aufgeregt mühen sie die gute Nachrichtig von etwas Abwechslung zu ihren Kumpanen, die sogleich herbeigelaufen kommen. Lediglich die Schafe, die sich auf der Strasse niedergelassen hatten, flohen vor uns. Da diese ja sowieso immer nur hart chillen, gehen sie wohl langsam zugrunde. Daher vermute ich mal, dass sie so hart gechillt hatten, dass ihnen unser lautes Metallica wohl doch etwas zu viel war. Die Schafe stehen eher auf Reggea. Da können sie dann so richtig dazu abchillen. Wenn sie dann zu lange zu hart gechillt haben, dann passiert das Unvermeidliche. Sie zerchillen. Das äussert sich bei Schafen darin, dass sie exoterm reagieren, weil sie zu viele Chillstoffe gebildet haben. Sie zerplatzen. Boom. Das hörten wir mehrere Male, wurden aber leider nicht Zeuge einer sollchen Zerchillung. Immerhin wissen wir jetzt, wie die Irren an die Zutaten für ihren Black Pudding kommen. Sie ernten die Lebern einfach vom Feld. So brauchen sie die Schafe nicht zu schlachten, denn irgendwann geht eh jedes Schaf hoch. Und runter kommen sie alle irgendwann...
Julien
Angekommen in Bunbeg bogen wir an der ersten Kreuzung ab um zum Hafen zu kommmen, an welchem auch das Bunbeg House sein sollte, in dem Tony bei seinem Aufenthalt hier nächtigte. Der Kurvenreichen Strasse für einige Minuten gefolgt, bis wir zum sogenannten Hafen kamen. Hafen. Naja, so hätte ich das nicht wirklich genannt. Okay, da war Wasser und da waren auch Boote, aber Hafen? Naja, soll mir recht sein. Auto abgstellt und entschlossen ganz locker ins Dorfzentrum zu laufen. Fehler. Das Dorf war dann doch irgendwie recht gross. Effektiv waren wir dann so zwei Stunden unterwegs. Haben nen Pub Food Burger gegessen und den Strand besichtigt. Da liegt ja das gestrandete Boot rum, zu dem man bei Ebbe gehen kann. Es war Flut. Wind. Und kalt. Dann regnete es noch. Blöd. Zurück zum "Hafen" und ins Bunbeg House rein. Zimmer genommen und mit dem Auto wieder zurück ins Dorf. Mussten noch einkaufen. Spar war das beste (einzige) was wir finden konnten. Da streunt man dann durch so einen Laden am Arsch der Welt, sucht verzweifelt nach Sparkling Water und plötzlich hört man etwas vertrautes. Mist. Deutsche. Sogar hier. Zwei männliche Deutsche, etwas älter als wir. Fahren auch rund um Irland. Aber mit Mietwagen. Luschen! Nicht ma in Bunbeg hat man Ruhe vor unseres Gleichen. Essen gekauft un ab ins B&B. Dort haben wir dann durch ausführliche Recherche herausgefunden, dass der Laden in dem wir uns zu dem Zeitpunkt befanden immer noch den gleiche Leuten gehörte, wie schon zu Tonys Zeiten, 1997. Da, wie wir dachten in dem Dorf nicht viel los sei, blieben wir lieber in unserem Zimmer und unterhielten uns lange. Irgendwann ging ich dann schlafen und Julien las noch ein wenig. Gut, es waren dann wohl so 200 Seiten. Er konnte nicht einschlafen. Wachte dann um 0230 Uhr auf, als Julien immer noch wach war, das Fernsegen genoss und dabei das Fenster aufmachte. Ich schlief einfach wieder ein.
Felix
Das Frühstück am nächsten Morgen war reichhaltig. Mit etwas, das wir als white pudding bezeichnet haben. Gebratene Leberwurst oder so. Pfui. Bunbeg Haus ist ziemlich gross. Mit etwa 20 Zimmern. Wir wurden von einem älteren Herrn bedient, dessen Akzent eher ungewöhnlich für Irland war. Hatten wir Andy getroffen? Als wir bezahlten, fragte ich die gute Frau, ob wir denn weniger bezahlen müssten, wenn wir einen Kühlschrank hätten. Ihr Gesicht heiterte sich auf und sie grinste uns an, fragte ob wir denn das Buch gelesen hätten. Dann kam ihr Mann vorbei. Natürlich war es Andy. Wir sprachen mit ihm. Er zeigte uns sein Buch aus der Erstauflage und ein von Tony signiertes deutsches Exemplar. Whoa. Dann bat er quasi darum, unser Buch signieren zu dürfen. Ich liess ihn gewähren. Er erzählte uns, dass Tony vor 2 Jahren wieder bei ihm war. Und dass er jetzt ein Boot besässe und Tony mit diesem in 20 Minuten nach Tory Island gebracht hatte. Whoa. Welch Dramatik. Wir machten ein Foto. Eigentlich machte es seine Tochter. Die ist übrigens in der aktuellen englischen Ausgabe des Buches auf dem Foto von Bunbeg House auch zu sehen. Ganz rechts.
Dann machten wir uns auf den Weg. Noch einmal runter zum Strand. Das Schiffswrack besuchen, denn am Tag zuvor kam gerade die Flut. Wir liefen runter zum Strand. Der Mast des Schiffes ist inzwischen umgeknickt. Aber es ist trotzdem ein tolles Wrack. Leider begann es dann zu regnen. Immer stärker. Wir waren klatschnass als wir das Auto erreichten und hineinsprangen. Im Vorbeilaufen bemerkten wir, dass das Auto neben unserem, ein VW Bus, ein deutsches Kennzeichen hatte. Freiburg. NEIN! Das darf nicht sein. Noch mindestens zwei andere Gruppen Deutsche in Bunbeg. Am Arsch der Welt. Warum wir? Ich verstehe die Welt nicht mehr.
Gut durchgenässt fuhren wir nach Sligo. Das dauerte einige Zeit. Relativ lange eigentlich. In Sligo fuhren wir herum. Gar nicht so einfach das. Denn die Stadt testet grade ein experimentelles Verkehrssystem. Das totale Chaos. Wir suchten ein B&B und wurden alsbald fündig. Ein schöner Raum bei scheinbar ganz netten Leuten für weniger als bisher. Dann fuhren wir wieder Richtung Stadt. Und gingen ins Kino. In Sin City. Juhu. Ein sehr geiler Film. Sehr stylisch. Sehr kutlig. Sehr ab 18. Und nur 4 andere Leute im Kino. Davon zwei jung und weiblich. Und die setzten sich genau zu uns. o.O.
Jetzt ist es morgens. Wir schliefen gut. Und wir frühstückten gut. Doch dann warf an uns quasi raus. Denn man wollte saubermachen. Felix lenkt gerade das Auto durch Sligo zu einem Parkplatz. Dann werden wir diesen Text hochladen und Sachen kaufen.
Julien
von Julien am 20.07.2005 um 12:20h GMT in Sligo Town, Sligo County, Cygo Internet Cafe.
Kommentare:
Christian meint:
LoL, das Roald Dahl-Ding hab ich inner Schule auch mal gelesen :)
Und die Tochter haettet Ihr schon mal mit reinretuschieren koennen :D
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